Der Sommer 1126

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Do 22 Apr 2010, 18:24

*SL: Du würfelst so viele Würfel wie du in deiner Fähigkeit hast und wertest so viele wie du in deinem Attribut hast. Also Drei Würfel werden gewürfelt für Reitkunst, davon 3 gewertet wegen Agilität. *

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Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Do 22 Apr 2010, 21:33

Ok Stamina bleibt wie zuvor.
Reiten: 9, 23, 20

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Fr 23 Apr 2010, 14:12

*SL: Ok, du schaffst es nach Hause. Der erste Überfall hat dich böse überrascht und du hast einen Pfeil in die Schulter bekommen. Die Wunde schmerzt und du hast zu alldem auch noch Fieber und wahrscheinlich auch Wundfieber bekommen. (Trotz Versorgung deinerseits) Du hast schlimmste Strapazen in den letzten Tagen überlebt und kommst vor den Toren der Stadt an (Name der Stadt einfügen). Du kannst wenn du willst selbsverständlich entscheiden auch etwas anderes zu machen bevor du nach Hause kommst (vielleicht die Stadt mit den Ketzern besuchen?). Schreibs einfach aus, bis du vor die Tore kommst oder einen anderen Eintrag von mir brauchst.*

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mi 28 Apr 2010, 20:34

Regen prasselt auf mich hernieder, Tag für Tag. Ich raste stets nur wenige Stunden, wälze mich unter dem durchlässigen Dach der Bäume hin und her, döse für kurze Zeit und wache triefnass und verkühlt bis auf die Knochen wieder auf. Auch Akemi kann man deutlich anmerken, dass er sich nach einem ruhigen, warmen Stall sehnt, auch ihm macht die Anstrengung zu schaffen.
Die Erschöpfung meines Pferdes bekomme auch ich zu spüren: Durch einen Hinterhalt, der mir gelegt wird, prescht er nicht ganz so zielsicher, wie er es normalerweise tun würde. Erst nach Stunden des Ritts wage ich zu halten um den Pfeil herauszuziehen. Fast übermannt mich die Ohnmacht, sei es wegen dem Schmerz, sei es wegen dem Blut, das meine Kleidung schon viel zu sehr durchtränken konnte. Ich schlafe ein. Wenn die Wölfe das Blut diese Nacht nur nicht riechen!
Schließlich kann ich mich vor Husten und Schmerzen kaum mehr auf dem Pferd halten. Die Wunde hört nicht auf zu eitern und zu brennen…Ich will nur noch ein Bad, schlafen, essen und dann wieder schlafen…Als ich endgültig glaube es nicht mehr zu schaffen, nimmt mein verschleierter Blick, den lang ersehnten Anblick wahr: Shiro Shinjo. Ich raffe mich mit größter Anstrengung noch einmal auf, Akemi muss ich kaum antreiben, auch er scheint die Nähe der Heimat zu spüren. Ich danke den Ahnen für die Stärke die sie mir gegeben haben, als ich auf das Tor zureite. Gleichzeitig ist mir schmerzlich bewusst, dass mich wohl keine lange und geruhsame Zeit des Ausruhens erwartet…

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mo 17 Mai 2010, 19:52

Fast blind vor Ohnmacht reitet er durch das Tor. Entsetzte Wachen fangen ihn ab und helfen ihm von seinem Pferd. Sein Gesicht ist weiß wie Schnee. Einer der Wachmänner rennt zur Burg um zu berichten, dann verliert Njan das Bewusstsein.

Als die Sonne des Morgens durch das verhnagene Fenster blinzelt erwacht er wieder, die Hand seiner Schwester auf der Stirn.
"Endlich bist du wach Bruder!" Sie wirkt ehrlich erleichtert.
"Was ist geschehen?" Noch immer ist er etwas verwirrt von den Anstrengungen der Reise. Fieber tut sein übriges.
"Du bist gestern zur späten Stunde angekommen. Du wurdest unterwegs von einem Pfeil getroffen und bist schwer Krank. Der Shugenja war bei dir. Er sagt, dass du schon wieder werden wirst."
"Was ist mit meiner Botschaft?"
"Vater hat sie erhalten und dem Khan gebracht." Ihre Züge verändern sich, werden nervöser.
"Was ist? Was ist los?"
"Vater ist sehr böse mit dir. Du bist viel zu spät! Sie hatten dich bereits für tot gehalten. Mutter und ich natürlich nicht, aber Vater ist sehr beschämt, dass du den Khan so lange warten liesest. Er sagte es gezieme sich nicht für einen Donnerreiter seinen Daimyo warten zu lassen." Sie blickt traurig zu Boden. Die Konsequenzen werden sicher bald folgen, da ist sich Njan sicher. Er schließt die Augen und schläft kurz darauf wieder ein.

Drei Tage vergehen.

Endlich ist Njan wieder bei guter Gesundheit. Doch ihm bleibt keine Zeit sich auszuruhen. Kaum hat der Mönch ihn aus dem Bett entlassen, schon muss er sich vor den Khan verantworten. Er kleidet sich schnell in seine Gewänder und eilt in den Tronsaal. Schnell öffnet er die Tore und blickt auf eine bereits laufende Audienz. Der Khan, zu seiner Rechten Njans Vater, zu seiner Linken ein alter Shugenja der Iuchi und vor ihnen, Njans großer Bruder mit einem verärgerten Gesichtsausdruck.
Niemand würdigt dem Neuankömmling eines Blickes.
Sein Bruder spricht: "Aber wir können die südlichen und nördlichen Länder nicht einfach unbewacht lassen! Ich werde hierbleiben und mit einigen meiner besten Kämpfer aus der Schule den Süden von diesen Plagen befreien!
"Das hast du nicht zu entscheiden, Junge!" donnert sein Vater zur Antwort, doch beruhigt sich sogleich wieder als der Khan ihm das Zeichen zum Stillsein gibt. Dann spricht der Anführer selbst:
"Ich werde zwei Familien damit beauftragen sich um diese Angelegenheit zu kümmern. Doch wen ich dazu abstelle ist ganz allein meine Entscheidung. Ich brauche meine Shugenja auf dem Feld, wenn wir gegen den Löwen ziehen. Nun genug! Geh jetzt!"
Unzufrieden verbeugt sich der Mann und geht. Als er an Njan vorbei kommt, wirft er ihm nur einen verächtlichen Blick zu, dann ist er durch die Tür hinaus.
"Komm näher Junge!" Njan folgt der Aufforderung des Khans sofort und verbeugt sich tief.
"Ich will hören, was du getrieben hast, seit du Shiro Shinjo verließest! Rede! Und lass nichts aus."
...

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Di 18 Mai 2010, 00:50

Mit gesenktem Haupt beginne ich zu sprechen. Ich habe mir diese Geschichte zurechtgelegt und ich hoffe inständig, dass sie genügen wird, sonst…:

„Ich werde euch nichts verschweigen, oh Khan-sama. Ich ritt ohne Pause, bis ich Mura nisa Kawa Nemui erreichte. Hier hielt ich inne um für einige Stunden zu rasten. Meine Gepäck und euer Schreiben, waren sicher an meiner Seite verwahrt. Ich erwachte und nah meine Ritt wieder auf. Ein wenig außerhalb des Dorfes, mein Ritt war noch nicht allzu schnell, sah ich einen eigenartigen Lichtschein durch die Blätter des Waldes dringen und die Neugier trieb mich zu erkunden, was dies sei. So näherte ich mich denn dem Licht und groß war mein Erstaunen und mein Ekel, als ich dort einige Hinin bei einem widerlichen Götzendienst beobachten konnte, den mit Sicherheit nicht als heilig bezeichnen konnte. Ich entschloss mich hervorzutreten und das Pack zur Rede zu stellen, doch in diesem Moment begannen andere Angreifer, die ich vorher in den Schatten nicht bemerkt hatte mit Pfeilen und Shuriken die Versammelten anzugreifen. Wenige der Hinin überlebten, ihr Priester, ein alter Greis, der erstaunlich schnell rennen konnte, war darunter. Mir gelang es einen Jungen zu befragen, er bestätigte mir, dass sie hier ihren „Dorfpatron“, ganz zweifellos eine Kreatur des Schattens anbeteten. Mehr konnte ich von ihm nicht erfahren, war er doch kaum zu mehr als zu seinem gestammelten Dialekt imstande und zeigte sich dumm und störrisch. Als ich mich zum Dorfe wenden wollte, um die Flüchtigen zu verfolgen, wurde ich hinterrücks niedergeschlagen. Als ich erwachte, fand ich mich neben meinem Pferd, meines Geldes beraubt, alles andere war noch da. Ich wandte mich zum Dorfe um den Chonin zu befragen, doch er konnte mir nicht viel sagen, gab vor nichts vom Schrein im Wald zu wissen. Ich glaube diesem Mann noch jetzt. Wer diese versteckten Angreifer, diese Gestalten, die mich niederschlugen waren, bleibt mir rätselhaft.

Mir war bewusst, dass ich bereits jetzt zu viel Zeit verloren hatte und ich ritt auf dem schnellsten Wege weiter. Ich rastete noch einmal und erreichte schließlich Shiro sano Ken Hayai. Hier rastete ich eine weitere Nacht, überlieferte den Löwen die Kriegserklärung, die sie teils mit Hohn und Spott, teils mit, wie soll ich sagen, „freudiger Erwartung“, aufnahmen. Anschließend trat ich mein Ritt zurück an ich wurde zwei Mal überfallen. Den ersten Überfall, konnte ich ohne große Mühen bestehen, doch auch er bedeutete einen Verlust an Zeit und Kraft. Das kam mich beim zweiten Überfall teuer zu stehen: Akemi, verzeiht, mein Pferd war müde und ritt nicht so schnell wie sonst und ein Pfeil traf mich in die Schulter. Ich kümmerte mich so gut ich konnte um die Wunde, aber viel mehr als ein notdürftiger Verband gelang mit nicht. Wie oft ich von da an rasten musste vermag ich nicht mehr zu sagen, die Wunde und der ständige Regen schwächten mich und mein Ross und ließen uns nur noch langsam vorankommen. So habe ich schließlich noch Shiro Shinjo erreicht, bevor meine letzten Kräfte schwanden.
Ich habe euch zu lange warten lassen ehrwürdiger Herr und das ist mir schmerzlich bewusst und erfüllt mich mit Schuld. Urteilt über die Gründe die ich euch vorbrachte, wie ihr es für recht befindet.“

Ich beende meinen „Vortrag“ mit einer weiteren Verbeugung. Den Blick immer noch zu Boden gerichtet, erwarte ich die Antwort des Khans. Ich habe gelogen, aber ich habe es für meine Ehre und für die Ehre der Familie getan, so wie man es mir mit auf den Weg gegeben hat…

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mi 09 Jun 2010, 22:36

Es herrscht Stille im Thronsaal. Njan spürt die Blicke seines Vaters und aller anderen auf sich. Schmerzlich ist ihm Bewusst, dass er Lügen musste, aber er hat damit das Gesicht seiner Familie bewahrt. Es wird geflüstert. Der Khan und sein Vater beraten.
Die Zeit dehnt sich schrecklich lang, sein Herz pocht ihm bis zum Hals. Seine Knie beginnen zu schmerzen, so wie sein Rücken, doch mit eiserner Entschlossenheit bleibt er stehen. Endlich durchdringt die Stimme des Khans den Raum.

"Die Nachricht ist überbracht, eure Aufgabe ist erfüllt. Ich bin zufrieden. Allerdings habt ihr einen Fehler gemacht. Das Wort des Khan zählt mehr als jede andere Sache, die euch aufgehalten hatte! Ihr habt eure Aufgabe vernachlässigt und mich enttäuscht!"
Njans Knie werden weich, als er die Worte vernimmt. Er ist schockiert, vor allem aufgrund der Tatsache, dass er seinen Clan schützen wollte und es als seine oberste Pflicht angesehen hatte die Ketzer zu töten.
"Aber, aber..."
"SCHWEIGT!" der Donnerreiter wird vom Donner des Khans zum Schweigen gebracht.
"Ihr seid Jung und so ist euer Fehler verzeilich. Eure Absicht ehrt euch, aber das darf nicht Verspätung und Ablenkung zur Folge haben! Ihr hättet in der Stadt eine Taube oder einen Reiter beauftragen können uns diese Information zu überbringen und dann SOFORT weiter zu reiten! Ihr seid der Aufnahme in den Dienst als Botenreiter des Khans nicht würdig! Ihr seid nicht Fähig einen Befehl so auszuführen wie man euch aufgetragen hat also muss ich daraus schlussfolgern, dass ihr auch nicht bereit seid als Samurai für den Clan in den Krieg zu ziehen!"
Njans Herz wird schwer. Die Tränen wollen den Damm seines Widerstandes brechen, doch er darf das Gesicht nicht verlieren. Er weiß was nun folgt. Zumindest, hat er die Ehre seiner Familie nicht beschmutzt.
"Shinjo Njan, erhebt euch!" Njan tut wie Befohlen. Der Khan blickt ihm mit ernster, zorniger Miene an. Seinem Vater ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
"Ich schicke euch zum Wachturm an den 'Fluss des unerwarteten Helden'. Ihr werdet dort ein weiters Jahr trainieren und unser Land von der Plage aus den Schattenlanden freihalten. Mit Ablauf der Strafe, dürft ihr wieder zurück kehren zu den euren um euch ein weiters mal unter Beweis zu stellen."
Das Machtwort ist gesprochen. Njans Träume eines glorreichen Samurai sind dahin. Er wird ins Exil geschickt um zu büßen.
Sein Vater beugt sich zum Khan und flüstert etwas. Der Khan nickt. Er wendet das Wort wieder an Njan:
"Bevor du jedoch deine Strafe beginnen wirst, sollst du unter der Führung des Landbesitzers dieser Ländereien in der du die Ketzter gefunden hast, die Verräter ausfindig machen und die Kreatur vernichten, sollte sie tatsächlich eine aus den Schattenlanden sein. Das Land gehört den Otaku. Du wirst dich mit ihnen beraten. Wenn deine Aufgabe erfüllt ist, wirst du berrichten und dann wird deine Strafe in Kraft treten. Hast du alles verstanden?"
"Hai, Khan-sama."
"Dann geh!"
Njan, verbeugt sich und verlässt, - den Rücken vorran - den Saal. Es ist vorbei.

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mi 09 Jun 2010, 23:15

Kaum habe ich den Saal verlassen stürme ich mit großen Schritten in Richtung meiner Kammer. Ich halte den Kopf gesenkt, so, dass ich niemanden direkt anblicken muss. Mein Blick ist kalt. Die Auge von unterdrückten Tränen gerötet. In diesem Augenblick hasse ich sie alle, hasse den Khan, hasse meinen Bruder mit seinem herablassenden Blick und ich hasse meinen Vater für die Enttäuschung in seinen Zügen, die noch tausend Mal mehr schmerzt als alles andere und zuletzt hasse ich mich selbst dafür, dass ich das nicht alles besser richten konnte.

Einem Diener dem ich in der Nähe meines Zimmers begegne zische ich“ Sake, viel!“ zu und werfe mich dann auf den Futon. Ich will nicht reiten, will Akemi nicht unnötig belasten. Manchmal, glaube ich, dass er der einzige ist, der mich versteht…Der Diener bringt mir was ich verlangt habe und ich beginne hastig zu trinken. Zum Wachturm am „Fluss des unerwarteten Helden“? Ich soll ein weiteres Jahr in einem dieser beschissenen Löcher verbringen? Tag aus Tag ein in die Wildnis starren! Eine wahrlich erheiternde Zukunftsaussicht! Und was soll ich noch in diesem kleinen Ketzerdorf? Ich habe dort nichts mehr verloren, ich hatte dort nie etwas verloren. Mir ist das ganze Pack dort verdammt nochmal egal. Ach ihr alten Böcke dort oben, geht doch allesamt Pferdärsche lecken

Weiter gebe ich mich dem Sake und meiner Wut hin, versuche jeden Gedanken zu übertönen der sagt: „Sie wissen schon was sie tun, sie sind nicht umsonst unsere Daimyos…vielleicht trage ich auch tatsächlich selbst einiges an Schuld…“ Aber bei den Ahnen: Ich weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe und noch Besseres geben werde. Und ich weiß, dass ich stolz auf mich sein kann. Und diesen Stolz, wird mir auch ein verdammtes weiteres Jahr bei den Grünschnäbeln und Wachposten nicht nehmen!
Noch mehr Sake…kann ja nicht schaden…oder?

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mo 14 Jun 2010, 23:15

Die klare, warme Flüßigkeit beruhigt sein wildes Herz, legt einschläfernde Wärme über seinen Magen und entspannt die Nerven. Doch den Aufruhr an Gefühlen kann sie ihm nicht nehmen. Trauer und Wut verzerrt sein gerötetes Gesicht. Der Schmerz sitzt tief. Der Saké benebelt seine Sinne und lässt ihn langsam aber sicher ins Reich der Träume gleiten.
Zur später Stunde, bevor er endgültig sein Bewusstsein verliert, betritt noch eine Person den Raum, aber Njan ist zu betrunken um es noch richtig zu bemerken. Der Alkohol raubt ihm die Sinne und schleudert ihn in einen unruhigen Schlaf.

Die Sonne steht am nächsten Morgen weit über dem Horizont als Njan sich mit schwerem Kopf ausetzt. Sein erster, richtiger Alkoholrausch geht zu Ende und sein Magen sendet eine eindeutige Botschaft. "Leere mich aus!" Njan folgt dem Drang.
Als er endlich wieder zur Ruhe kommt, blickt er nach draußen durch das offene Fenster und sieht das es inzwischen schon etwa Mittag sein sollte. Vögel liefern sich einen Wettstreit mit dem Herbstwind, weichen Blättern im Flug aus und verschwinden hinter Baumkronen, wo sich Wolken sammeln, zornige dunkle Wolken. Njan stellt bestürzt fest, dass die Zelte bereits abgebrochen wurden. Am Horizont lässt sich noch ein Teil der Streitmacht sehen, die sich auf dem Weg zu den Gefielden der Kraniche und Löwen aufmacht. Er hatte nicht einmal mehr Zeit sich zu verabschieden. Er ballt die Faust wütend zusammen und donnert sie gegen das Holz seines Fensterrahmens. Nun ist er wirklich allein. Sein Blick fällt erneut auf den Platz, wo zuvor noch so viele Zelte standen. Eines ist noch da. Das Moon der Otaku glänzt feucht darauf und wellt sich sanft im kalten Wind. Njan ist spät dran. Ein weiterer Tag vergangen und er hat sich schon wieder blamiert. Aber irgendwie ist es ihm auch egal. Man betrachtet ihn als kopflosen Jungspund ohne Pflichtgefühl? Dann sollen sie es eben auch weiterhin tun. Njan geht hinüber zu seinen Kleiderschrak und wählt sich das aus, was ihm für diesen Anlass am besten erscheint. ...

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Di 15 Jun 2010, 13:25

*@SL: Schau dir bitte an, wie ich die Schwerter trage. Ist das für Kriegszeiten ok? Wenn nein, dann bessers aus, oder sags mir. Ich werde in diesem Punkt in time keinen Fehler machen, da ich ja erst vor kurzem dafür gerügt wurde und es mir auch gemerkt habe. Out time ist das jetzt auch schon ein paar Monate her und aus den Infos kann ich das nicht so klar entnehmen.*

Oh mein armer Schädel, jetzt geht das wieder los. Es ist Krieg oder? Dann sollen sie ihren Krieger bekommen! Ich lege meine Rüstung an. als Schmuck trage ich nur das kleine Holzpferd, das mir meine Schwester einst geschnitzt hat. Ich schnalle Bogen und Köcher auf den Rücken. Mein Daisho trage ich auf der rechten Seite, die Klingen nach oben. Ich werde den Otaku zeigen, dass ich ihnen traue, aber in der momentanen Lage, scheint es mir angebracht, es nicht abzulegen. Das Band des Donnerreiters? Das ist doch bei mir sowieso nur noch einen Dreck wert. Sie werden mich nur verhöhnen, wenn ich es trage. Ich bin kurz davor es in irgendeine Ecke zu schmeißen damit man es entsorgt, aber dann entscheide ich mich doch anders: Ich werde es in meinem Gepäck verstauen. Alles andere bereue ich wahrscheinlich früher oder später. Als ich grade meine Kammer verlassen will, fällt mir noch etwas ein. Ich wühle ein wenig in meine Sachen und hole den Tessen hervor, den mir der Khan überreicht hat. Ich stecke ihn in meinen Obi. Nur die Ahnen mögen wissen, warum ich das tue...irgendwie ist mir einfach danach.

Fertig angekleidet trete ich aus meinem Zimmer und eile durch die Gänge in Richtung Ausgang. Oh verdammt, ich werde mich beherrschen müssen, den Otaku nicht in ihr Zelt zu…Als ich aus dem Gebäude trete, atme ich tief die kalte klare Luft ein, um meiner Benommenheit zumindest teilweise Abhilfe zu verschaffen. Also was ist zu tun? Ich muss mich mit den Otaku zwecks des Schreins beraten…wie hieß noch gleich die Herrscherin über dieses Gebiet? Otaku Jamaira, soweit ich mich erinnere. Bevor ich mich in Richtung des Zeltes der Amazonen wende, blicke ich mich noch einmal auf dem Gelände um? Ist meine Familie schon fort? Kann ich mich nicht einmal mehr von Yu-Pan verabschieden? Ach, wenn ich nur wüsste, wer da gestern Abend in meinem Zimmert war, hab ich mir wahrscheinlich sowieso nur eingebildet…

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mi 16 Jun 2010, 19:30

Der Eingang des großen Zeltes ist fest verzurrt. Wind heult über die Prärie und lässt jeden auf ihr frösteln. Hinter dem großen Zelt der Otaku, dass - wie Njan nun sieht - nicht dass größte auf dem Platz der Otaku war, stehen wei gesattelte Pferde. Eine Samurai-ko belädt beide. Nur einen Augenblick blitzt das Bild von Otaku Kiku auf, dann stellt er sich vor den Zelteingang. Er holt Luft, versucht das Rumoren seines Magens zu ignorieren. Gerade im selben Augenblick als er das Zelt betreten will kommt jemand heraus und Njan stößt mit ihr zusammen. Ein Sack und hölzerne Stäbe, sowie einige Zierwaffen fallen der Frau aus den Händen, als beide fürchterlich mit dem Kopf zusammenstoßen. Sofort läuft Njan rot im Gesicht an und reibt sich den schmerzenden Kopf während sie hinter dem Vorhang überrascht aufschreit. Auch Njans Tessen ist zwischen ihre Sachen gerollt. Aus zwei Kehlen dring ein kurzes und unterwürfiges "Gomen nasai, Samurai-sama!" und kurz darauf blicken sich Njan und seine Schwester auf allen vieren verwundert in die Augen. Ein verwirrter Moment, in denen sich beide nur mit einem äußerst dummen Gesichtsausdruck anblicken, dann brechen beide in Gelächter aus. Der schönste Moment seit Tagen.
"Yu-pan-chan! Was machst du denn hier?"
"Njan-san, was machst du denn hier?"
Wieder schütteln sie sich vor lachen und merken gar nicht, dass sie beide im Dreck knien. Ein Schatten fällt über sie und Yu-pan bleibt das Lachen im Halse stecken. Auch Njan wird sich sofort seiner Lage bewusst und springt auf und blickt in das verwunderte Gesicht von Otaku Kiku. Dieser Tag scheint so viele Überraschungen übrig zu halten.
"Kiku-san." sagt Njan und verbeugt sich höfflich und so erhaben, wie das nun mal mit dreckigen Knien geht.
Sie nickz kurz zurück. Dann beugt sie sich an Njan vorbei und hilft Yu-pan die Sachen aufzuheben. Das einzige was sie zu Njan zu sagen hat ist: "Ihr seid spät." Es ist eine Feststellung, kein Vorwurf.
Er überlegt sich was er sagen möchte, während sie die Sachen zurück zum Pferd bringt.
"Vergiss es Bruderherz! Sie ist schlechter Laune. Rede dich nicht raus." Erst da fällt Njan auf, dass seine Schwester eine Rüstung der Otaku trägt.
"Yu-Pan? Warum hast du...?"
"Oh, das?" sie zeigt auf ihre neue Kleidung. "Vater hat mit der Familie Otaku eine Vereinbarung getroffen. Adoption. Ich werde eine Otaku." Sie wirkt etwas unmutig.
"Aber warum?"
"Hast du nicht gemerkt dass Vater sein bestes gibt um uns in wichtige Positionen zu bringen? Khan einer der besten Shugenja der Iuchi? Du, ein Botenreiter des Khan? Ich soll nun das Band zu den Otaku festigen und es würde mich nicht wundern wenn sie Godan zu den Ide oder den Moto schicken. Ermöchte unseren Einfluss auf den Clan erhöhen. Immerhin sind wir Shinjo schon seit Generationen die Führende Familie des Clans."
"Oh. Das macht Sinn. Also was machst du dann noch hier? Reitest du nicht mit in den Krieg?"
"Nein." Antwortet sie strahlend. "Ich reite mit Kiku-sama und dir zu dem Ketzerdorf!"
Njan ist verblüfft...

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Do 29 Jul 2010, 00:01

Der zweite Tag des Rittes und Yu-Pan redet immer noch. Njan ist nie aufgefallen, wie gesprächig sie doch ist, wenn sie alleine sind. Kiku ist anders, trübselig und verschlossen. Der Wind weht kalt über die weite Ebene und biegt das hohe Gras Wellenförmig wie als ob Windgeister im Grase fangen spielen. Der Himmel scheint die selbe Laune wie Kiku zu haben und verdeckt mit grauen Wolken die Sonne. Leiser Donner zieht vom Norden herab. Das Dorf ist nicht mehr weit, vielleicht noch ein oder zwei Stunden. Die Otaku hält die Lanze locker im Arm, ihr Schwert hängt zu ihrer Linken mit der Klinge nach oben. Yu-Pans Daisho, ebenfalls zu ihrer Linken klappert locker gegen den Sattel. Die Luft schmeckt nach Regen.

*SL: Du hast die Möglichkeit Fragen zu stellen oder Gespräche anzutreiben. Kannst es dir ruhig wie in Pc-RPGs Vorstellen, wenn du mit deinen Mitreisenden Redest und sie gut behandelst, mögen sie dich mehr. Letztendlich ist es aber deine Entscheidung, wie du mit ihnen klarkommen willst. Schreib mir einfach per PM oder Skype was dich brennend interessiert oder Gesprächsansätze oder Fragen. Ich schicke dir dann die Antworten und du kannst das ganze dann schön ausgestaltet als Dialog hier reinschreiben.*

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mo 16 Aug 2010, 15:02

*Ich lass jetzt doch wieder einige Sachen raus. So lang Zeit zum sprechen bleibt ja auch gar nicht und als ich das schmalzige Zeug geschrieben habe, muss ich wohl betrunken gewesen sein…*

Mag das Dorf auch nur noch wenige Meilen entfernt sein, mir kommt es vor, als hätten wir noch Tage des Reitens hinter uns zu bringen. Kikus Schweigen und der bewölkte Graue Himmel scheinen die Zeit unwirklich in die Länge zu ziehen.
Schließlich habe ich keine Lust mehr, die ganze Zeit nur Kikus stummes und verbittertes Gesicht zu sehn und wende mich meiner Schwester zu, die die ganze Zeit irgendetwas mit aufgeregter Stimme erzählt hat. Ich grinse, nicke und hoffe, dass sie nicht mitbekommt, dass ich kein Wort von dem registriert habe, was sie gesagt hat. Ein bisschen ernster und mit leicht forschendem Blick, stelle ich ihr eine Frage: „Yu-Pan-chan, Was erwartest du dir jetzt? Du scheinst dich ja sehr auf dein Leben bei den Otaku zu freuen.“ Meine Schwester lässt sich ein bisschen von der Otaku zurückfallen, bevor sie zu sprechen beginnt: „Hmmm, naja, freuen…doch schon, aber ich bin vor allem so…aufgeregt…verstehst du? Die Otaku sind ausgezeichnete Kämpferinnen und durch ihr Training kann ich sicher sehr viel lernen! Aber was ist…“ Ihr Blick wird ängstlicher, fragend sieht sie mich an: „Vater muss so großes Vertrauen in mich setzen, wenn er glaubt, ich könnte dieses harte Training bestehen, aber was ist, wenn ich der Sache nicht gewachsen bin? Was ist, wenn mich die Amazonen dort nicht mögen…äh akzeptieren“ Ihr Kopf rötet sich ein wenig, als sie ihre kindliche Ausdrucksweise rasch korrigiert „…Kiku, sie ist zwar nett, aber irgendwie so streng und abweisend…“
Ich schüttle den Kopf und grinse wieder: „Über Kiku mach dir mal keine Sorgen, ich glaube, die treiben ihre ganz eigenen Probleme um, das richtet sich nicht gegen dich. Sie hat mir irgendwas entgegen gegrunzt von wegen: ‚Wenn ich mich nicht um dieses dumme Dorf kümmern müsste, könnte ich jetzt auch in die Schlacht ziehen.‘ Und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass du den Anforderungen nicht „gewachsen“ bist. Du wärst fast anstatt meiner Donnerreiterin geworden, wenn du gegen meine großartigen Fähigkeiten bestanden hättest.“ An dieser Stelle blickt sie mich etwas skeptisch an, während ich mich auf dem Rücken meines Pferds übertrieben in die Pose des arroganten Helden werfe (wobei ich genau versuche mich an meinem älteren Bruder zu orientieren). Kiku wendet ihren Kopf in unsre Richtung und ich vermeine ein leises Schnauben zu hören. „Was ich sagen will: Du bist für dein Alter sehr talentiert und kannst es bei den Amazonen sicher weit bringen. Ich kann mir nicht vorstellen, warum sie dich nicht ‚akzeptieren‘ sollten. Sobald du gezeigt hast was du kannst, werden sie schon sehn, was für einen Gewinn sie in dir haben!“
Sie lächelt mir ein bisschen angespannt zu. Ganz kann ich ihr ihre Aufregung nun mal nicht nehmen. Eine kurze Zeit des Schweigens folgt. Mit bitterem Tonfall lasse ich einen Satz fallen, halb an mich selbst gerichtet. „Du wirst wohl zumindest keine Probleme damit haben, einen einfachen Botenritt hinter dich zu bringen…“ – „Ach komm schon, nimm dir das nicht zu sehr zu Herzen, es war doch nicht deine schuld! Man hat dich doch überfallen oder?“ Meine Miene wird in dem Augenblick verschlossen, als sie mir diese Frage stellt „Oder, Njan?“ – „Das ist es ja. Ich weiß du wirst die ganze Sache für dich behalten…Aber eigentlich sollte ich dich nicht damit belasten“ – „Bruder, ich habe mit dir offen über meine Probleme geredet, jetzt habe keine Angst, mir die deinen mitzuteilen.“ Wiederum huscht ein vorsichtiges Lächeln über mein Gesicht. Wenn ich meine Schwester nicht hätte, würde ich wohl irgendwann als geistiges Wrack enden, also beginne ich ihr, mit leiser Stimme (Kiku soll uns nicht hören), zu erzählen. Die ganze Sache, von Anfang an. Alles sprudelt aus mir heraus, selbst die Sache mit Aikiko lasse ich nicht aus (lediglich meine Gefühle für Kiku lasse ich aus). Die ganze Zeit über hört mir Yu-Pan aufmerksam und mir gerunzelter Stirn zu. „Was musst du jetzt nur über mich denken Schwester, hm?“ – Ernst und mit undeutbaren Blick mustert sie mich: „Das alles ist Schicksal. Du hast getan was du tun musstest und nichts anderes. Ich würde mir an deiner Stelle keinen Kopf machen und die Möglichkeit, deinen ‚Ruhm‘ zurückzugewinnen, bekommst du schon noch.“ Dankbar nicke ich ihr zu: „Noch eine Frage: Ich glaube ich habe neulich Nacht jemanden in meine Zimmer kommen hören. Das warst nicht zufällig du?“ – „Hmmm, doch. Ich dachte, du bräuchtest vielleicht jemanden zu, Reden, aber du warst ja schon ‚eingeschlafen‘“ Das letzte Wort betont sie mit hochgezogenen Brauen.

Das Dorf kommt zusehends näher und ich schließe wieder zu Otaku-Kiku auf, um einige letzte Fragen zu stellen. „Kiku-san?“ – „Was ist?“ Ihre frage klingt scharf und entnervt. „Äh, ich wollte fragen, ob ihr irgendetwas über die Otaku wisst, in deren Gebiet das Dorf liegt?“ – „Nicht viel.“ – Ich verdrehe die Augen: „Ja nun was wisst ihr denn.“ Irgendwann geht einem dieses verstockte Gehabe auf den Geist. „Ihr Mann soll ein Säufer sein. Sie kämpft an der Seite der Daimyo der Otaku. Das Lehen gehört traditionell selbstverständlich ihr, aber Männer machen in unserer Familie die Diplomatie. Wir sind zum reiten geboren, nicht zum reden.“ – „Was ihr nich sagt“ murmle ich kaum hörbar, worauf sie mich scharf anblickt. „Ihr habt nicht zufällig schon einmal Erfahrungen mit derartigen Ketzern gemacht?“ – „Wie sollte ich das angestellt haben? Ich habe meine Ausbildung, wie Ihr, gerade erst beendet!“
Ich nicke resigniert und wende meinen Blick wieder konzentriert der Straße zu. Nicht fern von uns zeichnen sich schon die ersten Umrisse des Dorfes in der diesigen Luft ab.


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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Di 24 Aug 2010, 14:21

Trotzdem dauert es noch überraschend lang, bis das Dorf nahe genug heran ist. Es dämmert bereits und ein frischer Abendwind vertreibt die diesige Hitze des Spätsommers. Die ersten bunten Blätter wehen über den Boden und bringen einen seltsam modrigen Geruch. Die Pferde scheuen kurz auf, als die Blätter sie passieren. Auf den Feldern zur linken nach Norden, können sie ein paar Bauern ausmachen, die immer noch durch die Reisfelder watten oder langsam Körbe auf dem Kopf nach Hause balancieren.
Die Straße wird nicht beleuchtet und nur wenige Lichter strahlen noch in den Häusern. Nur die Eingangstüren sind alle beleuchtet, um die Dunkelheit draußen zu halten. Nichts schreckt Rokuganer so sehr wie die Dunkelheit.
Als sie durch die Weststraße in das Dorf einreiten, verstärkt sich dieser seltsame Geruch. Es ist sehr still im Dorf. Und Vögel sind keine zu Hören. Nur das Zirpen der Grillen im hohen Gras.
"Wo lebt dieser Lehnsherr, dem dieses Dorf gehört?" fragt Yu-Pan leise ihre Ausbilderin.
"Nicht hier. In einer größeren Stadt etwas weiter nördlich. Aber der sieht sowieso nicht viel von der Welt."
Yu-Pan nickt verstehend.
Sie bleiben vor dem Großen Haus des Dorfältesten stehen und steigen ab.
"Hier habt ihr die Nacht verbracht?" Kiku sieht Njan fragend an. "Hai." lautet seine kurz angebundene Antwort.
Sie gehen gemeinsam auf die Tür zu. Von dem stürmischen Empfang von letzten Mal ist keine Spur. Niemand der ihnen entgegen kommt und ihnen Saké und Unterkunft anbietet. Aber vielleicht ist es auch nur einfach zu spät, oder?
Nach längerem Klopfen an der Holzwand, öffnet endlich jemand die Tür. Der Chonin der Stadt blickt ihn mit ängstlichen Augen an. Als er die Samurai erkennt tritt er hinaus. 'Heute keine Chonin an deiner Seite alter Mann?' fährt es Njan durch den Kopf doch er bleibt ruhig. Schnell fällt der Mann auf die Knie vor der Otaku, presst seine Stirn gegen den Boden und wartet.
"Konban-wa, alter Mann. Ich bin Otaku Kiku, Botin der Otaku und hier um nach beunruhigenden Neuigkeiten in deiner Stadt nach dem rechten zu sehen."
"Willkommen in Mura nisa Kawa Nemui (Die Stadt am schlafenden Fluss), Otaku-sama! Bitte lasst mich euch sofort ein Zimmer und etwas Verpfelgung zukommen lassen. Möchtet ihr etwas essen oder trinken?"
Der Mann ist noch nicht aufgestanden.
"Reis und Wasser dürften genügen für mich. Auch sie nimmt das gleiche." Sie deutet auf Yu-Pan ohne sie gefragt zu haben. Endlcih blickt der Chonin ein wenig nach oben. Scheinbar erkennt er die Rüstung denn er begrüßt auch Njan.
"Seit mir erneut herzlich willkommen, ehrenwerter Shinjo. Darf es das selbe sein wie das letzte mal."
"Hai. Reis und Saké."
"Soll ich für euch Otaku-sama oder einen anderen eine Gesellschaft für die Nacht suchen?"
Kikus Augen weiten sich wütend bei der Frage, doch sie fängt sich.
"Nicht für mich, nicht für meine Gefährtin. Der Shinjo muss für sich selbst sprechen."
Sie blickt Njan giftig an.

Njan zieht eine Augenbraue hoch und sieht die Otaku deutlich irritiert an. Er scheint einen Moment lang nachzudenken, bevor er seine Antwort formuliert und wieder den Chonin anblickt. Seine Lippen scheinen langsam und überdeutlich ein „Hai“ zu formen, während seine Hände eine zustimmende Geste machen. Der Blick der Otaku ist entgeistert und ihre Stirn legt sich zunehmend zornige Falten. Im letzten Moment scheint Njan seine Meinung zu ändern. Mit einem Grinsen in Richtung Kiku antwortet er: „Chigaimasu! Nicht diese Nacht.“ Der Chonin, der die Szene sichtlich verwundert verfolgt hat, nickt, während der Otaku vor Empörung über dieses Spielchen fast der Unterkiefer herunterklappt.

Nach dem alles geklärt ist, werden die drei Pferde von einem endlich erschienenen Doshin zu einem Stall geführt. Die drei Samurai werden an einem mitten auf dem Hauptplatz stehen gelassenen Händlerkarren vorbei geführt zum großen Gasthaus. Immer noch ist es totenstill in der Stadt. Im Gasthaus selbst brennt kein Licht und der Chonin informiert die Samurai darüber, dass sich Händler im Gasthaus aufhalten, die vielleicht für Lärm am Morgen sorgen könnten. Ausserdem Fragt er, wann die Samurai gerne geweckt wollen werden.
Kikus antwort lautet: "Mit dem ersten Sonnenstrahl."
Das Gasthaus liegt absolut ruhig im Dunkeln, nur die Laterne des Chonin erhellt es.
"Der Wirt schläft wahrscheinlich schon, aber ein Doshin wird euch alles sofort bringen lassen."
Leise steigen sie die Treppe hinauf in den zweiten Stock, wo die Zimmer sind. Sie bekommen drei Zimmer nebeneinander. Njan, dann Kiku, dann Yu-Pan. Njans Zimmer befindet sich am nähesten zur Treppe. Tatsächlich erscheint ein Doshin mit Tabletts und Krügen für die Gäste. Der Mann sieht sehr alt aus im Scheind der Kerzen und Njan fragt sich, wo die Jungen vom letzten mal geblieben sind. Vielleicht nur Schichtwechsel. Das ganze Haus ist von diesem seltsamen Geruch erfüllt, den Njan das letzte mal wohl nicht bemerkt hat. Auch ein paar im Gang angezündete Räucherstäbchen wollen nicht so recht den Geruch überdecken. Der Reis und Saké dampfen warm in sein Gesicht, als er die Deckel von den Behältern nimmt. Sein Magen knurrt hungrig.
Endlich etwas warmes zu essen...


Zuletzt von Duncan am Mo 30 Aug 2010, 13:11 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am So 29 Aug 2010, 17:13

Kiku, was auch immer sie umtreiben mag, würdigt mich diesen Abend keines Blickes mehr. Langsam sollte sich ihre Wut über den verpassten Feldzug doch auflösen oder? Ich vermute, da ist noch etwas ganz anderes das sie umtreibt. Ich esse und lausche aufmerksam auf Geräusche aus den anderen Zimmern. Als ich mir sicher bin, dass die Luft rein ist und meine Begleiterinnen schlafen, verlasse ich das Gasthaus auf möglichst leisen Sohlen.
Dieser Geruch, der die Straßen durchzieht…Beim letzten Mal war er noch nicht da. Ich habe das Gefühl in einer dieser verfluchten Städte aus den Schauergeschichten geraten zu sein. Langsam schreite ich die Straße ab, blicke mich um, mustere die Häuser des Dorfes. Mein Spaziergang, führt mich bis zu jener Stelle, wo ich den Wald zuletzt betreten habe, um die Ketzer bei ihrem Ritual zu beobachten. Ich will mir einen eigenen Eindruck von dieser Sache machen! Kiku wird kaum etwas davon halten in der Nacht umherzuschleichen und zu beobachten. Sie ist Kämpferin, keine Jägerin…Ja durch und durch Kämpferin…

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mo 30 Aug 2010, 13:38

Leise wiegen sich die Bäume im Herbstwind und ihr rascheln überdeckt die Geräusche des Waldes. Der festgetretene Erdboden der aus der STadt rausführt ist von vielen Regenpfützen übersät, die wie dunkle spiegel die Laternen des Dorfes widerspiegeln. Als Njan den Wald betritt beginnen die ersten Zweige sich unter seinen Sohlen zu biegen und zu brechen. Ein kleines Tier verschwindet raschelnd im Gebüsch und überall im Wald tropft und knackt und knarrzt es. Er fühlt sich beobachtet. Es wird schnell zu dunkel um etwas zu sehen. Ohne eine Lampe oder etwas mehr Mondlicht ist es unmöglich tiefer in den Wald ein zu dringen.
Als Njan sicher ist, weit genug hineingelangt zu sein, hohlt er Feuerstein und eine Fackel heraus und kniet sich zu Boden um sie an zu zünden.
Heller Feuerschein lässt den Wald um ihn herum erstrahlen der von vielen leuchtenden Augenpaaren reflektiert wird. Doch diese verschwinden daraufhin schnell. Es scheint, als ob selbst die Tiere hier im Wald nicht ganz geheuer wären. Er schreitet weiter und meint, leise Stimmen zu vernehmen, die im dunkel erklingen. War da nicht etwas? Gerade eben? Etwas weißes hinter den Bäumen, dort am Stein? Njan ist sich nicht sicher und ein Schauer läuft ihm über den Rücken.

*System: Probe auf Willenskraft, SG 15. Scheitert der Wurf, musst du einen Wurf auf Ehre machen (SG 15). Du nimmst dazu so viele Würfel, wie du Ehrenrang (Rang, nicht Kästchen!) hast. Hast du Erfolg, bekommst du 1 Ehrepunkt und darfst weitermachen, weil du dich der Angst nicht beugst. Scheiterst du, verlierst du 10 Ehrenpunkte (ja, so stehts in den Regeln, diesen Ausweg hast du bei anderen Systemen normalerweise ja nicht!) und wirst ganz schnell wieder versuchen nach Hause zu kommen und darfst nicht weiterlesen!*

Trotz seiner Angst kämpft er sich weiter durch den düsteren Wald. Immer noch vernimmt er diese Stimmen und manchmal ist er sicher jemanden schreien zu hören. Wieder meint er etwas aus den Augenwinkeln zu sehen, doch als er genauer hinsieht, erblickt er nichts. Das Gefühl beobachtet zu werden wird stärker und stärker je näher er dem Platz zu kommen scheint.
Endlich, erblickt er die kleine Lichtung auf der der Schrein steht. Keine Menschenseele ist zu sehen, aber umso lautere Schreie aus den Tiefen des Waldes sind zu vernehmen. Noch immer steht die Statue da, ewig still im flackernden Fackelschein.

*System: Probe auf Wahrnehmung (+ Ermittlungen falls vorhanden) SG 15. Und falls Erfolgreich: Intelligenz + Ermittlungen SG 10*

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mo 30 Aug 2010, 14:03

*Probe Willenskraft (2): 13; Probe Ehre (3): 24; Probe Wahrnehmung (2): 12*

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Do 02 Sep 2010, 22:29

Die Zeit scheint große Stücke aus dem Stein des porösen Schreins gehauen zu haben. Er könnte mehrere Tausend Jahre alt sein, oder einfach nur schlechte arbeit eines Ketzers. Unbekannte Symbole zieren den Stein und schlängeln sich um ihn herum. Das Licht flackert über eine Art Rad im Stein, das in drei Teile zersplittert sein muss, von dem ein Drittel fehlt. Alte, verbrauchte Kerzenstummel, Reste von Räucherstäbchen und eine zerbrochen Schale sind um das Gebilde verstreut. Plötzlich vernimmt Njan ein geräusch hinter sich, wie wenn jemand durch dichten Nebel schreien würde. Ein kindgroße, durchsichtige, komplett weiße Gestalt läuft auf Njan zu. Reflexartig greift der Samurai nach seinem Katana und zieht, wobei er durch das Ding durchschneidet wie durch Luft. Die Gestalt stürzt zu Boden und versinkt darin als ob sie nie da gewesen wäre. Nur die Fackel, die auf den Boden gefallen ist, beleuchtet ein fauliges Grasstück, das mit getrocknetem Blut bespritzt zu sein scheint.
In diesem Augenblick platzen viele weitere Gestalten auf die Lichtung. Schreie gellen aus allen Richtungen doch seltsam entfernt und eine Gestalt nach der anderen wird von unsichtbarer Hand gefällt. Als es vorbei ist, schlägt Njans Herz bis zum Hals. Was ist hier nur passiert? Auf einen erneuten Schrei hin, macht er sich auf den schnellsten Weg zurück ins Dorf.

Endlich durchbricht das schwache Licht des Mondes die Walddecke und erleuchtet Njanas Weg aus dem Wald hinaus. Doch als er endlich aus dem Wald tritt, empfangen ihn nicht die beruhigenden Lichter des Dorfes. Stattdessen liegt ein leichter Nebel auf Knöchelhöhe über dem Platz, auf dem nun kein einziges Licht mehr brennt. Der Mond versteckt sich schnell wieder hinter dicken Regenwolken und nun bleibt nur ein unheimliches Leuchten im Nebel, der eine reglose Gestalt mitten auf dem Dorfplatz, nahe dem liegengebliebenen Karren beleuchtet. Es scheint eine Frau zu sein, der Kimono hängt leicht lose von ihren Schultern, der Obi ist nur notdürftig zugebunden und baumelt still von ihrer Hüfte. Lange, schwarze Haare verdecken das Gesicht, wie die langen Ärmel die Hände. Der Klang einer Eule schallt aus dem Wald.

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Sa 04 Sep 2010, 17:23

Dieses Dorf…Oh ihr Ahnen beschützt mich. Hier stimmt nichts mehr! Langsam und vorsichtig in alle Richtungen blickend nähere ich mich der Frauengestalt am Boden. Ich sehe mich nach einem Stock oder ähnlichem um und nehme mir schließlich einen Besen, den jemand achtlos an eine Hauswand gelehnt hat.
Die eine Hand am Griff meines Katanas, in der anderen den Besen, bleibe ich neben der Frau stehen. Mit dem Stil des Besens schiebe ich ihr vorsichtig die Haare aus dem Gesicht. Immer darauf gefasst, dass sie vielleicht plötzlich aufspringt und mich angreift. Mir ist an diesem Ort nichts mehr Geheuer! Alles stinkt nach Ketzerei!


*Ist meine Handlungsweise in Ordnung oder zu sehr auf Szenen aus Filmen mit zupackenden Leichen zugeschnitten?
Sollte ich die Frau nicht kennen, werde ich sie mit dem Besenstiel an stupsen um zu sehn ob sie sich rührt. Wenn sie das nicht tut werde ich mich vorsichtig niederknien und ihren Puls fühlen. Wenns anders kommt, dann seh ich weiter*


Zuletzt von Elias am Sa 04 Sep 2010, 18:45 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Sa 04 Sep 2010, 18:25

*SL: Bisher alles ok. Du kennst die Frau. Es ist Kiku. Sie hat ihren Schlafkimono an und steht mit geschlossenen Augen mitten auf dem Platz. Wenn du sie "härter rannimmst" (nicht das was du denkst du Ferkel! Razz ) wird sie schlagartig hochschrecken, mit bleichem Gesicht und völlig verwirrt.*

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Sa 11 Sep 2010, 16:27

Als ich das Gesicht der Frau erkenne trifft es mich wie ein Schlag. Kiku! Sofort lasse ich alle Vorsicht fahren und trete näher an sie heran. Ich berühre sie an der Schulter und schüttle sie leicht: „Kiku, verdammt, w…“ Doch ich kann kaum aussprechen: Schlagartig fährt sie auf und blickt sich mit kreidebleichem Gesicht um. Ihre Augen sind voller Panik und Verwirrung. Beruhigend rede ich auf sie ein: „Kiku, ganz ruhig. Ich bin es Njan. Kannst du mitgehen? Wir sollten ins Haus gehen. Ganz ruhig, es ist alles in Ordnung. Komm ich helfe dir.“ Als ob es nichts Wichtigeres gäbe, rührt sich in meinem Verstand auf einmal die Erkenntnis, dass ich sie gerade geduzt habe…ach seis drum. Ich glaube nicht, dass sie das im Moment kümmert. Immer noch beruhigende Worte auf der Zunge mache ich Anstalten sie ins Haus zu führen.


Zuletzt von Elias am Sa 11 Sep 2010, 21:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Sa 11 Sep 2010, 20:29

*SL: Sie liegt nicht, sondern STEHT!*

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Sa 11 Sep 2010, 21:05

*Fehler von meiner Seite, ich habe mir die Szenerie einfach anders vorgestellt. Eintrag angepasst.*

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mi 15 Sep 2010, 12:04

"Was ist passiert?" Kiku ist fast schreiend aufgeschrckt. Sie atmet schwer und ihr gehetzter Blick erfasst die Szenerie.
"Ich hab mich noch etwas umgesehen," berichtet Njan ihr "und als ich wieder kam, standest du auf dem Platz."
Kiku sieht ihn seltsam an. Das blasse Mondlicht lässt ihre Haut wie Schnee glänzen. Ihr Gesicht ist düster und verängstigt.
"Ich...ich hatte einen Alptraum...Ich dachte ich müsse sterben..."
"Niemand muss sterben, ihr seid wohl von einem Kami bespuckt worden."

"Was tut ihr hier draußen?" Eine neue Stimme zerreißt die drückende Stille in diesem seltsamen Ort. Sie ist langsam, brüchig und heißer. Erst jetzt bemerkt Njan das nicht einmal die Grillen gezirpt hatten. Einer der Chonin steht auf dem Platz hinter ihnen. Das Gesicht ist unter einem weiten Reißhut versteckt, die Ärmel hängen lose an ihm herab, nur ein Jitte ist in seiner rechten locker nach unten hängend.

Njan ist erst zu verwirrt um die grobe Unhöflichkeit des Bauern zu bemerken ihn direkt und dann auch noch so unverfroren anzureden.
Der mann geht einen Schritt auf sie zu, den Kopf immer noch schief nach unten gesenkt, als ob er den Boden nach etwas absuchen würde. "Ihr solltet nicht hier sein."
Nun wird Njan klar, wie der Mann mit ihnen redet. Absolut respektlos, doch irgendwie seltsam.
Ein weiterer Schritt folgt und der bauer tritt noch näher an sie heran. Der seltsame Geruch aus dem Gasthaus schlägt Njan wieder entgegen, diesmal mit aller Macht, so das Übelkeit in ihm aufsteigt. "Geht wieder hinein, Samurai-sama, das ist besser für euch!"
...

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Fr 01 Okt 2010, 19:56

Ich bin niemand, der zu viel von irgendwelchem Zeremoniell hält, aber das? Nein, ich glaube auch nicht, dass wir hier sein sollten, dieser widerliche Gestank! Dieser Ort ist durch und durch verdorben. Schützend stelle ich mich vor Kiku, dabei bin ich mir nicht mal sicher ob ich mich selbst gegen das hier schützen kann.
Ich ziehe mein Katana und richte es gegen die Gestalt vor mir. „Was erlaubst du dir? Sieh mich gefälligst an Bauer! Was verbirgst du? Was verbergt ihr hier an diesem verfluchten Ort?“ Eigentlich will ich das alles gar nicht wissen!

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Re: Der Sommer 1126

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