Der Frühling 1127

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Fr 10 Mai 2013, 16:35

Langsam ziehe ich mein Wakizashi und durchquere den Raum, die Wache scheint in Gedanken versunken und bemerkt mein Näherkommen nicht. Der Mann keucht, als er die kalte Klinge an seinem Hals spürt und sich meine Hand über seinen Mund legt. Ich spreche mit rauer etwas verstellter Stimme, als ich ihm ins Ohr flüstere – Auch wenn mir diese Sache nicht behagt, es ist für einen guten Zweck, meine Ahnen werden mit verzeihen…Sie werden mir verzeihen müssen: „Ganz ruhig. Ich bin nicht in böser Absicht hier und dir wird nichts geschehen, wenn du mir sagst was ich wissen will. Hier im Haus ist eine schöne Frau, sie ist gestern mit euch durch die Stadt gezogen. Wo ist Sie?“ Ich bin bereit, den Mann sofort bewusstlos zu schlagen, wenn er versucht zu schreien. Langsam öffne ich die Finger.
Offensichtlich überrumpelt und mit versteiften Armen dasitzend, keucht er kurz, macht aber keine Anstalten sich zu wehren. „Sie sind im obersten Stockwerk.“ zischt er. „Tut meinem Herrn nichts. Er ist dieser Hexe bis aufs Mark verfallen.“ – „Du hast ihr Wesen besser erfasst, als du vielleicht ahnst. Ich will niemandem etwas tun und ich werde dieser Hexe Einhalt gebieten. Wenn ich dich loslasse, wirst du mit geschlossenen Augen und den Händen auf den Ohren bis 50 zählen und dann das Abort aufsuchen, dort wirst du eine halbe Stunde bleiben. Schwörst du mir bei deiner Ehre und beim Kaiser, dass du das tust?“ - „Hai. Ich werde tun was ihr verlangt.“ Er lügt. Klar kann man es aus dem gepressten Ton seiner Stimme und dem leichten Zittern, das ihn durchläuft lesen. „Verzeiht.“ Noch ehe er weiß, was ihm geschieht trifft ihn ein heftiger und plötzlicher Schlag auf den Schädel. Er sinkt betäubt zusammen. Ich winke die anderen beiden herbei: „Toya hilf mir ihn zu fesseln, Daini such nach einer Abstellkammer, in der wir ihn verstauen können!“ Toya bewegt sich nicht. Sie steht wie angewurzelt da, ihr Blick starrt missmutig und verklärt auf den in meinen Armen zusammengesunkenen Yojimbo. Dainis Bewegungen sind langsam, fast wie als ob er sich durch Wasser bewegen würde. Es fällt ihm offensichtlich schwer der Bitte nach zu kommen. Sein Blick gleicht dem Toyas. Ernst sehe ich sie an: „Ich habe ihm eine andere Möglichkeit gegeben. Ansonsten hätte ich ihn hier und jetzt im Zweikampf töten müssen und wir hätten das kaiserliche Lager aufgeschreckt. Zu dritt wären wir nicht an ihm vorbeigekommen. Um es euch leichter zu machen: Ich nehme alle Schuld auf mich und befehle euch mir zu helfen.“

Toya setzt sich in Bewegung, allerdings nur wiederwillig. Auch Dainis Bewegungen werden schneller. „Ich hoffe ihr wisst was ihr tut, mein Freund.“ sagt er, während er eine Schiebetür untersucht. „Und ich hoffe, dass diese Freundin es Wert ist.“ ergänzt er und deutet in den soeben geöffneten, kleinen Raum hinein. „Sie…“ Ich werde rot und beiße die Zähne aufeinander ohne den Satz zu beenden: „Vergesst den Gaki nicht.“ Ja, was ist eigentlich mit Kiku? Ich denke an Aikiko, das süße Mädchen, meine früheste Liebe, von der ich träumte, als mir die ersten Haare auf der Brust wuchsen…Yuki, nun als ob sie treu wäre, wenn ihr etwas anderes in den Sinn käme, solang sie mir keinen Bastard ins Haus setzt, kann mir das gleich sein. Aber was ist mit Kiku? Kiku, die mich herausfordernd angrinst…Die mir wild entschlossen mit dem Schwert gegenübersteht, während ihr eine Strähne ins Gesicht fällt – Warum haben wir noch einmal gekämpft? Irgendwie war sie immer so viel schwerer zu erreichen als Aikiko…Nein ich darf nicht einmal daran denken. Der Yojimbo ist verschnürt und geknebelt und in der Kammer verstaut. „Folgt mir, wir müssen nach ganz oben.“

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Sa 11 Mai 2013, 18:17

Spoiler:

Leichtfüßig erklimmen die Samurai die Treppen, bis sie das Dachgeschoß des Gasthauses erreichen. Einen Blick um die Ecke am Kopf der Treppe werfend, bedeutet Daini seinen Kameraden stehen zu bleiben. „Wache.“ Flüstert er und späht erneut um die Ecke. Hier oben sind die Fenster mit Tüchern behangen. Die Luft ist stickig und riecht nach erdenen Räucherwerk und schweren Harzen.
Daini gibt ein Zeichen und sie schleichen gemeinsam weiter bis zu der einen, großen Tür nach links, die scheinbar nur einen Zwilling im Gang rechts gegenüber hat. Neben der Zieltür links, führt ein kurzer Gang zu einem Balkon, dessen offene Türen einzig ein wenig Luft in den Gang wehen. Der Wachmann steht dort draußen und atmet tief durch. Er ist lediglich mit einem Wakizashi bewaffnet und scheint sich sichtlich unwohl zu fühlen. Auch Njan merkt, dass ihm der Rauch auf das Gemüt schlägt, ihn schwerfällig machen will. Er gibt Toya ein Zeichen, die sich so an der Balkontür postiert, dass der Wachmann sie bei seiner Rückkehr nicht sehen kann. Vorsichtig horcht Njan an der Tür. Nichts.
Die Ruhe macht ihn nervös und automatisch an sein Schwert fassend. Er nickt Daini zu und schiebt vorsichtig die Tür einen Spaltbreit auf. Das Licht in dem Raum in den er blickt ist düster, fällt in schwerfälligen Strahlen durch Bambus-Jalousien auf einen Boden mit Decken und drei Leibern. Zwei bronzene Pötte rauchen noch schwach nach, Kerzen an den Wänden sind ausgebrannt. Njan schiebt die Tür ein wenig weiter auf. Die Gestalten scheinen zu schlafen.
Vorsichtig schleicht er hinein. Der Boden ist übersät mit kleinen Saké-Tassen und Weinkaraffen. Die Gestalt in der Mitte scheint am ehesten die Form einer Frau zu haben uns so fixiert er sie. Daini schließt vorsichtig hinter ihm die Türe. Die Gestalt in der Mitte ist tatsächlich Kiku.
Wie sie zusammengekauert da liegt, die Brust sich leicht hebt und senkt, ihre Haut blasser ist als gewohnt, die Lippen roter und voller als Njan sie in Erinnerung hat. Ihr wildes Aussehen hat sie in eine, erotische, laszive Art verwandelt, die schwarze Augenummalung und die rote Blume in ihrem Haar zieren das Bildnis einer geheimen Liebschaft, dem Traum aller Männer die sich nach…etwas anderem sehnen. Njan verspürt plötzlich den innigen Drang diese Frau zu küssen, zu umarmen und sich zu ihr zu legen. Er zögert mehrere Augenblicke in denen er versucht sich zu fangen.
Plötzlich, schlägt sie die Augen auf und fixiert ihn. Und er ist sich auf einmal sicher, dass sie nie wirklich geschlafen hat. Noch ehe er etwas tun kann, beginnt sie in einem grellen, unmenschlichen Ton zu kreischen, dass seine ganzen Nackenhaare zu Berge stehen. Sie greift mir ihren lang gewachsenen Fingernägeln nach seinem Gesicht und ihr loser Kimono rutscht über ihre nackte Schulter herunter.
Um sie herum erwacht der Raum zu hektischem Leben. Njan glaubt Daini fluchen zu hören, ist jedoch viel zu beschäftigt damit, Tsumis Klauen aus seinen Augen fern zu halten. Mehrfacht versucht er sie festzunageln oder sie bewusstlos zu schlagen, doch sie ist unglaublich stark. Ein Tritt ihrerseits kann er gerade noch verhindern, dann brüllt sie plötzlich noch einmal und diesmal scheint der ganze Abgrund Gaki-Dos in ihrem Schrei zu liegen. Ihr Gesicht verzerrt sich kurzzeitig zu einer üblen, dunkelvioletten Fratze, mit scharfen Zähnen und leuchtenden Augen. Njan wird so überrumpelt dass er erschrocken aufspringt und sich mehrere Schritte von ihr wegbewegt.
Zwei starke Arme packen ihn überraschend von hinten, der kaiserliche Soldat drückt schwer gegen seinen Solarplexsus, Daini ist selbst in einem innigen Ringkampf mit dem anderen verstrickt. Die Frau in der Raummitte erhebt sich mit einem boshaften Lächeln.

Spoiler:

„Wie schön euch wieder zu sehen, alter Freund.“ Zischelt sie mit gefletschten Zähnen. „Und wie schön, dass ihr mir Freunde zum spielen mitgebracht habt.“ Langsam, den Moment genießend, kommt sie auf Njan zu, welcher Unfähig ist gegen den starken Druck gegen seine Gelenke und gegen seine Körpermitte etwas aus zu richten. Ihre Finger wachsen unnatürlich lang aus der Hand heraus und bekommen scharfe Klauen und dieselbe violette Färbung wie das Gesicht zuvor.
„Sie darf dich nicht berühren, Njan!“ keucht Daini in einer Pattsituation mit dem anderen Soldaten verstrickt. „Zu spät.“ Säuselt Tsumi und leckt sich über die Lippen. Ihre Finger fahren sinnlich über seine Burst.
Die leichte Holztür zum Zimmer splittert plötzlich auseinander und Toya stürzt wie ein Wirbelwind auf den Mann, der Njan festhält. Tsumi springt erschrocken zurück, zischt wütend. Njan spürt wie sich der Griff um ihn lockert. „Die Gebtstücher! Schnell!“ presst Daini zwischen den Zähnen hervor, den Kraftakt gegen seinen Wiedersacher langsam verlierend. Toya hat den Vorteil ergriffen und den Samurai schwer zugesetzt, doch dieser dreht sich augenblicklich nach ihr um und springt sie an…

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Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Sa 11 Mai 2013, 19:37

Ich löse mich von dem Soldaten und bücke mich mit einem schnellen Griff zu den Tüchern, die Daini fallengelassen hat. Ich forme sie zu einer Schlaufe und fahre dann herum so schnell ich kann doch…irgendetwas hindert mich daran mich Kiku…Tsumi zu nähern. Ich schrecke unwillkürlich zurück, als ich hinter ihrer strahlenden Fassade ihres wahren Wesens gewahr werde. Ich…Trotz allem will ich sie nicht verletzten. Sie ist die Täterin…Aber doch ist sie nicht mehr als ein Opfer, Opfer einer Macht, der ich genauso hätte erliegen können. Langsam lasse ich die Arme sinken und breite sie dann sanft aus. Lasse die Anspannung fallen. Mein Blick wird etwas trüber und gleitet über ihren wundervollen Körper, ihr herrliches Antlitz streift und ich breite meine Arme in Erwartung einer Umarmung aus. Einige Tränen treten in meine Augen.

Innerlich bin ich so klar, wie es in dieser Situation möglich ist. Sie wird darauf hereinfallen, es entspricht ihrem Wesen. Sie überschätzt sich selbst, da bin ich mir sicher und dort ist irgendetwas in ihr, das einmal menschlich war, das sich einmal danach sehnte, geliebt zu werden. Irgendwo in dieser Kreatur ist der Rest einer Frau, die irgendwann einmal lebte…

Mein Mund steht leicht offen und meine Lippen beben: „Ich habe dich so vermisst…Ich habe mich gesehnt…Bitte lass uns nicht kämpfen…Liebste“


Spoiler:
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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am So 12 Mai 2013, 14:20

Spoiler:

Tsumis Gesicht glättet sich und sie streckt die Arme aus.
"Komm zu mir, Liebster." Njan kann förmlich die lockende Drohung hören, die sie ausspricht. Erneut leckt sie sich hungrig über die Lippen und Njan kommt langsam näher.
Müde und fast wie im Traum nähert er sich ihr und warte dabei auf die erste Gelegenheit, ihr die Gebetsbänder umzulegen.
Zu lange, das weiß er, darf er dieses Spiel nicht spielen, ansonsten verliert er vielleicht tatsächlich die Kontrolle.

Doch Tsumi blickt so hungrig auf sein Gesicht, dass sie die Bänder erst bemerkt als, es zu spät ist. Njan greift zur Umarmung hinter sie, packt das Band mit beiden Händen und zieht sich in dem Moment zurück, da ihr nach Lust und Sünde duftender Körper den seinen zu umschließen droht.

Er zieht zu.
Sie schreit.

Wütend stößt sie Njan von sich, fasst nach den Bänden, kann diese aber nicht von ihrem Hals und Kopf entfernen. Die Kanji auf dem Leinenpapier leuchten auf und ein Rauch steigt aus dem Papier auf. Tsumi windet sich wütend und zertritt eine Tasse. Das Papier scheint sich immer dichter um ihren Kopf zusammen zu ziehen und letztendlich leuchten die Buchstaben so hell auf, dass kurz das Gesicht der Frau nicht mehr zu sehen ist. Dann erlöschen die brennenden Wörter und bleiben zurück wie Asche auf Papier.

Tsumi sinkt auf die Knie.

Schwer atmend sitzt sie da, zusammengekauert, bleich. Hinter Njan hat sich das Gerangel beruhigt. Alle starren wie gebannt auf die Frau in der Mitte.
"Was...was ist..." stammelt einer der Männer.
"Der Gaki ist gebunden. Seine Macht über euch hat sich verflüchtigt" antwortet Daini.

Njan tritt vorsichtig auf die Frau zu. "Kiku?"
Ein leiser, schmerzerfüllter Seufzer entfährt ihr. "Kiku, ich bin es. Njan."
Er möchte nach ihrer Schulter greifen und sie aufrichten, ihr in die Augen sehen und sagen, dass nun alles gut wird. Er berührt ihre bloße Haut - und Tsumis hasserfüllten Augen fixieren ihn wieder. Von irgendwoher - er weiß nicht von wo - zieht sie ein Tanto.
Das Lächeln auf ihren Lippen ist so giftig wie der Blick einer Schlange, der Arm so schnell wie der Stachel eines Skorpions. Keine Ironie an diesem Ort.

Njan sieht das Tanto blitzschnell auf sein Herz zurasen. Die Welt um ihn herum wird langsam bis fast zum Stillstand.

Seine Muskeln sind so verkrampft vom Schock, dass er nicht fähig ist, seinen Körper schneller zu bewegen. Qualvoll langsam, nähert sich die rasiermesserscharfe Klinge seinem ungeschütztem Herzen. Ironie, dass ihm die Frau die er so liebt das Herz brechen soll.

Doch die Umgebung zerbirst in Splitter aus Holz und Papier, die Decken und Tassen werden durch die gesamte Luft gewirbelt. Toya im Spung ihren Herrn zu retten, wird zur Seite gewirbelt. Daini, der ebenso seinem Freund zur Hilfe eilen wollte, fällt zu Boden.

Die Klinge erreicht seine Haut. Die Luft um die Kaiserlichen verdichtet sich zu menschlichen Schemen mit Tantos aus schneidender Luft. Das Messer an Njans Brust macht plötzlich einen ungewöhnlichen Knick nach unten, die Hand der Lady biegt sich unter schmerzhaften Druck in Richtung Boden. Nun festigen sich Staub und Splitter aus der Luft um eine Gestalt die sich hinter Tsumi aufbaut, die eine Hand um ihre nach vorne gerichtete Waffe geschlungen, den anderen Arm um die Brust der besessenen Frau.

Spoiler:

Die Augen die sich hinter dem Schleicher offenbaren kommen Njan so bekannt vor und Tränen möchten seine Augen wie Dammwälle zersplittern.

Ein zweites Mal, schenkt ihm seine Mutter sein Leben.

Shinyo Sahya greift mit einer unglaublichen, elementgeborenen Geschwindigkeit nach dem Gesicht der Kiku, ihre Nägel krallen sind schmerzhaft in das Fleisch ihrer Wangen. Sehr langsam aus Njans Sicht, doch schneller als jeder Kranich-Duellant, zieht sie Kikus Körper mit sich nach hinten, entfernt dabei die nach unten gekrümmte Hand mit dem Tanto von dem Leib ihres Sohnes und reißt dann mit aller Macht die Maske Kikus Gesicht.

Ein weiteres Mal, leuchten die Kanji auf dem Papier auf und die Maske löst sich wiederwillig, Finger für Finger vom Gesicht ihres Opfers. Sahya reißt den Arm mit der Maske nach oben, hält ihn weit weg vom Körper der gequälten Samurai-ko.
Die Luft im Raum beginnt sich zu beruhigen, die durch die Luft wirbelnden Splitter fallen zu Boden und die Zeit nimmt wieder ihre gewohnte Geschwindigkeit ein.

Die Frau in Sahyas Armen keucht erschrocken, als ob sie zum ersten Mal wieder Luft holt und sinkt dann hustend in den Schoß der mächtigen Shugenja. Njan selbst, ist auf die Knie gegangen, noch unfähig das zu begreifen, was gerade passiert ist.
Hinter ihm werden die kaiserlichen Soldaten von zwei weiteren Shugenjas mit Tantos festgenagelt, Toya und Daini blicken vom Boden auf die Szenerie die sich innerhalb von Herzschlägen entwickelt hat.
"Mutter." ist das einzige was Njan herusbringen kann, bevor sich Dunkelheit wie ein Vorhang über diese Erinnerung legt und der Monat des Hasen in vollendeter Bitterkeit endet.

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Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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