Der Frühling 1127

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Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Mo 12 März 2012, 17:12

Das Jahr 1127
Der Monat des Hasen

Spoiler:

Der Wind zerrt an den Seilen des kleinen Zeltes. Die Sonne ist gerade aufgegangen und der nasse Tau, klebt wie kleine Kristalle an den saftig grünen Grashalmen, die sich zahlreich zwischen den kleinen Inseln geschmolzenen Schnees recken. Kayotos Pferd - einst das Geschenk eines guten Freundes - grast gemütlich zwischen der Hand voll Zelte, die auf einer steinigen Anhöhe liegen, unterhalb der Berge des Drachens.

Aus einem Zelt dringt das ohrenbeteubendes Schnarchen des alten Chiang Tsu, dem Diener Kayotos dem er vor einer Straßenbande vor fast einem Jahr das leben gerettet hatte. Kayoto selbst schält sich aus seinem warmen Futon und kriecht aus der Wärme seiner momentanen Behausung. Sanft tätschelt er die Nüstern seines Reittiers, dass ihn freundlich die Schnauze entgegenstreckte - wahrscheinlich mehr zum fressen, als zum Begrüßen.

Ein überwiegend grauer Morgen empfängt ihn, doch mild in seiner Kälte. Sazuke sitzt bereits am Feuer, eine kleine Kanne Tee vorbereitend. Ihm gegenüber ein Ronin aus Kaeru Toshi. Flüsternd unterhalten sich die beiden und nicken Kayoto freundlich zu, als dieser entgültig aus seinem Zelt tritt. Er greift nach der Schüßel, die am Zelteingang liegt und füllt diese mit Wasser. Dann wäscht er sein Gesicht, schweift noch einmal zurück zu den letzten Tagen.

Er musste schnell aus Kaeru Toshi fliehen, er hatt Glück, dass kaum jemand anwesend war. Er nahm sein Hab und Gut, seinen Diener und ritt schnell aus der Stadt hinaus, unter misstrauischen Augen der Wächter. Schon am Ende des Abends holte er seine Kammeraden ein, die die Stadt verlassen hatten um nach Nananshi Mura auf zu brechen, zurück zu Toturis Armee. Seine Freunde hatten ihn gerne aufgenommen und so verließen sie die Länder des Einhorns schon bald um die Länder des Drachens zu betreten. Jetzt war er hier. Weg von seinem Posten als Yojimbo, wieder ein freier Mann.

Er wischt sich das Gesicht und trocken und lässt sich neben Sazuke nieder. Dieser reicht ihm einen dampfenden Tee. "Hier. Nicht so gut wie Hatayamas Tee, aber immerhin."
Dankend nimmt Kayoto an. "Und? Wirst du mir heute erzählen, was vorgefallen ist? Oder schweigst du weiter darüber?"
Kayoto schlürft erst einmal und stellt statt zu antworten selbst eine Frage: "Was ist der Plan?"
Sazuke stört sich nicht an seiner Wortkargheit und erklärt stattdessen.
"Wir reisen jetzt zurück zu Toturi und marschieren dann in Richtung Beiden Pass. Vorher machen wir aber noch einen Abstecher nach Dan mizu für eine kleine Entspannung. Die heißen Quellen dort sind unglaublich gut."

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Sag' mir, find ich nach dem trüben Erdenwallen einst dort drüben
Sie, die von dem Engelschore wird geheißen Leonore?
Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Mo 02 Apr 2012, 15:20

Ich nicke. "Ich freue mich auch schon darauf, yuujin." Und nach einer Pause: "Der Tee ist gar nicht mal so schlecht, Sazuke."
Das Gespräch bleibt wortkarg. Manchmal versteht man sich auch ohne etwas zu sagen.
Schließlich wecke ich meinen Freund und Diener Chiang Tsu und breche mein Zelt ab. Ein Blick gen Himmel verrät mir, welches Wetter uns heute geschenkt wird. Ich lege meine Rüstung an. Als Sazuke mich leicht lächelnd und die Stirn in Falten ansieht, erkläre ich ihm, dass ich mittlerweile jeden Moment mit einem Angriff rechne und daher gewappnet sein möchte.
Nur wenig später sitzen wir alle wieder im harten Sattel und freuen uns nicht nur alleine deswegen auf die heißen Quellen von Dan Mizu.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Do 05 Apr 2012, 14:35

Das Wetter bessert sich nicht wirklich zum Mittag, doch die Reisegruppe kommt dennoch gut voran. Inzwischen erreichen sie die ersten steilen Klüfte und Klippen. Von ihrer Position aus, am Fuß des Berges, können sie bereits weit über das Land sehen, bis nach hinten ins Reich der Einhörner. Keine Verfolger sind aus zu machen, keine Rächer des Kahns. Stattdessen ein Kühler Wind, der Steinchen und Geröll vom Berg herunter weht und ab und an ein paar sanfte Schneeflocken, von den gefrorenen Gipfeln die immer noch tief in ihrem winterlichem Schlaf liegen. Murmeltiere strecken zaghaft die Köpfe aus ihren Löchern im moosüberwachsenen Stein, Krähen und Falken fliegen durch die Luft und singen ihre seltsamen Lieder.
Den Pfad weiter oben, erwarten kleine Kiefern die Pilger, so wie einige kleine Affen, die sich einen Spaß daraus machen, die wenigen Pferde mit Kieferzapfen zu bewerfen.

Die Wege werden enger, doch die ersten kleinen Häuser von Holzfällern und Steinmetzen erscheinen versprengt auf dem Weg. Vorsichtig blinzelt die Sonne schläfrig durch die Wolkendecke. Bald erreichen die Ronin eine hölzerne Brücke, die an Seilen befestigt unruhig hin und her schwankt und über eine tiefe Schlucht führt, die von einem reißendem Strom durchzogen ist. Auf der anderen Seite der Brücke warten zwei Männer, beide mit Katana bewaffnet, jedoch ohne Rüstung oder Mon. Ronin. Sie stellen sich den Ankömmlingen zuerst in den Weg. Hatayama und Sazuke treten vor die beiden Männer.
Diese sehen sich unruhig an und kratzen sich an ihren bärtigen Wangen.

"Wer seid ihr und was wollt ihr?"
"Dir auch einen schönen Tag. Hast du heute schon Reis gegessen?"
Die beiden blicken etwas erstaunt über diese höfliche Anrede und denken kurz nach, mustern Hatayama aufmerksam.
"Äh - ja, danke dass du fragst." entscheidet sich der Zweite höflich zu antworten. "Du auch?"
Sazuke nickt freundlich. "Nein, leider noch nicht. Das wollte ich mir für Dan Mizu aufheben, nach einem heißen Bad für meine müden Knochen."

Die beiden überlegen kurz und treten dann zur Seite. "Na gut, aber macht keinen Ärger. Die Dorfbewohner sind ein ruhiges Völkchen und wir sorgen hier für Ordnung. Also benehmt euch...äh?"
"Mein Name ist Sazuke. Von Toturis Armee. Die anderen hier sind auf dem Weg dahin mit mir. Wir wllten noch einen kleinen Halt hier machen, bevor wir zu den Truppen stoßen."

"Oh - ihr kämpft also für Toturi, he? Na wenn ihr das so wollt. Nur benehmt euch bitte. Hier ist es so schön ruhig sonst."
Hatayama nickt mit einem kleinen Lächeln. "Seid unbesorgt. Wir werden uns benehmen und bleiben auch nicht lange."
Die geste des edlen Ronin scheint die Wachen zu beruhigen. "Na dann...tretet ein. Macht es euch gemütlich."
"Habt Dank."

Vorsichtig werden die Pferde über die Brücke gebracht - ein schwieriges Unterfangen bei den morschen Holzplanken und dem wackeligen Seilen. Der Rest der Truppe folgt, freundlich den Wachen nickend. Nach der Brücke, geht es auf einem auf beiden Seiten von hohen Felsen umrahmten Weg etwas hinunter in eine grüne Bergwiege. Einige kleine und große Häuser sind in einem runden Bogen um ein bescheidenes, aber hübsches Dorfzentrum aufgebaut, in desse Mitte ein großer Pappel-Feige steht, in deren altes Holz das Gesicht Shinseis eingeschnitzt ist.

Spoiler:

Kleine Töpfe und Schälchen, bunte Bänder und Kerzen stehen auf kleinen Schreinen. Ein paar Makaken hängen in den Bäumen und fressen gierig von den Früchten, oder springen von Dach zu Dach. Viele Bäume wachsen in dieser kleinen Oase und von hinter den Häusern, steigen kleine rauchschwaden auf, von heißem Wasser. Ein Mönch erscheint hinter dem Baum und beginnt die Schälchen in Ordnung zu bringen und neue Gebete auf zu hängen, während die Affen neugierig von seinen Schultern auf den Baum und zurück springen.
Ansonsten bewegen sich die Dorfbewohner unbeschwert über die Straße, gehen ihrem Tagwerk nach und werfen den Neuankömmlingen interessierte Blicke zu. Die Ronin schweifen erst mit den Blicken über das Dorf und entscheiden sich dann für eine Richtung. Sazuke ruft ihnen noch zu: "Wir bleiben nur zwei Tage! Also entspannt euch, so lange ihr könnt."
Dann dreht er sich zu Kayoto um. "Ich denke wirklich du kannst hier die Rüstung abnehmen, Junge. Du schüchterst am Ende noch die Dorfbewohner ein. Ich werde sehen ob ich vielleicht bei einer Familie schlafen kann, ich habe genug vom Steinboden. Such dir etwas aus. Du kannst auch im Zelt schlafen wenn du willst. Deine Entscheidung. Wir sehen uns nachher bei den Quellen."

Damit verabschiedet sich der Ronin und stapft ins Dorf, den Männern freundlich zugrüßend, den Damen keck zuzwinkernd. Kayoto spürt etwas an seiner Seite. Chiang Tsu blickt ihn breit grinsend an.
"Soll ich uns eine Bleibe beschaffen Herr? Ich finde sicherlich etwas."

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Mi 11 Apr 2012, 11:51

"Mach das, Chiang Tsu. Allerdings haben wir nicht viele Mittel außer unseren Namen und ein Schwert zur Verteidigung. Wenn du eine ehrbare Familie findest..."
Sollte mein Diener Erfolg haben, ziehe ich wie gesagt meine Rüstung aus und ruhe mich erstmal bei meiner Gastfamilie aus. Anschließend treffe ich die anderen bei den Quellen. Solle sein Vorhaben scheitern, gehe ich gleich zu den Quellen...

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Do 12 Apr 2012, 13:39

Es dauert eine Weile, während Chiang Tsu eine bleibe sucht. Kayoto spaziert, die Rüstung inzwischen gelockert, durch das ruhige Bergdorf. Eine Katze jagd einem Affen hinterher, Kinder spielen zwischen den Häusern lachend und kreischend, Wasserträger gehen von Haus zu Haus.
Über die Straße schlendernd, beobachtet er wie seine Genossen von einzeln von Haus zu Haus spazieren und um Unterkunft bitten. Hier und da, werden sie freundlich herein gebeten, doch zumeist, schütteln die Bauersfrauen freundlich die Köpfe und bitten die Männer wieder fort. Ein zwei sind gar sehr deutlich mit ihrer Abscheu vor den Gezeitenmänner und jagen sie förmlich von ihrer Veranda.

Ein Hund bellt den vorbeigehenden Ganko an, ein alter Mann mit Pfeife auf einem Kissen lächelt ihm zahnlos zu und tätschelt den Hund beruhigend. Die Sonne steht schon etwas tiefer am Himmel - es geht auf den Abend zu - als Kayoto seinen Diener wieder sieht, der ihm eilig zuwinkt ihm zu folgen.
"Schnell Herr, ich habe jemanden gefunden, der uns freundlicherweise aufnimmt."
Chiang Tsu führt seinen Herrn zu einem größeren Haus, dass weiter innen im Dorf liegt, jedoch abseits der meisten Häuser an einem Bergsee geschmiegt. "Von hier aus, ist es nicht weit zu den Quellen." meint der alte atemlos, während er am Pferd zerrt. "Jetzt komm schon du störrisches Vieh! Und sie haben genug zu essen - sind etwas wohlhabender. Morgens könnt ihr euch im See erfrischen herr und Abend könnt ihr bei den Quellen baden. Na? Wie hört sich das an?"
"Wundervoll." antwortet Kayoto in flachem Ton und gähnt.

Das Haus ist lang an den Ufern des Sees gestreckt, sogra eine kleine Planke führt etwas tiefer in den See hinein. Eine große Scheune beherrbergt zwei Ochsen und ein Pferd. An der linken Seite des Hauses - da wo die Küche sein muss - fndet sich ein kleiner Kräutergarten und ein Hühnerstall. Das Haupthaus selbst ist größer als die meisten Bauernhäuser und beherrbergt wohl mehrere Zimmer. Sogleich sieht Kayoto auch den Grund, warum wohl Chiang Tsu so viel Erfolg gehabt hat. Vor der Tür wird er von einer alten, weißhaarigen Dame erwartet mit großen, hervorstehenden Lippen.

Spoiler:

Sie mustert den Ronin unverholen mit hochgezogener Augenbraue.
"Ich bin Someisa, die älteste des Hauses. Ihr seid also Chiang Tsus Herr?"
"Kayoto." antwortet er freundlich und nickt.
"Ich weiß nicht. Mit dieser Rüstung und dem Pferd, ihr werdet doch nicht..." schnappt die Alte, doch wird augenblicklich durch eine andere Gestalt unterbrochen.
"Lass den Jungen doch in Fireden, alte Hexe! Er kam mit den anderen. Er ist auch so einer aus Nanashi Mura."
Der alte Greis der sich erdreistet hat der Frau ins Wort zu fallen,, ist der Mönch vom Baum. Ein Affe turnt fröhlich auf seiner Schulter und spielt mit der Kordell seiner Mütze.

Spoiler:

"Der Mönch mit dem Schandmaul," setzt Someisa an und deutet auf den angesprochenen, "ist mein Mann Kento. Er ist der Dorfmönch."
"Es freut mich stehts, so junge Abenteurer wie euch begrüßen zu dürfen." krächzt der alte kurz und verbeugt sich so weit es ihm seine alten Knochen zulassen ohne dass er zu laut ächzen muss.
"Kommt herein, nur herein! Unsere Familie ist die älteste hier oben und hat schon bei der Gründung des Dorfes geholfen. Deshalb genießen wir auch einen gewissen Respekt. Bitte, nur herein."

Der alte führt Kayoto an der Hand in den Haupteingang, vorbei an den misstrauischen Augen der Alten, die wiederrum Chiang Tsu mit sich nimmt.
"Das, werter Ronin, sind meine Kinder." sagt der Mönch und deutet auf die kleine Gesellschaft, die artig im Kreis sitzt um den gast zu empfangen. Tee wartet bereits dampfend auf die Neuankömmlinge.
"Das ist Cho [Schmetterling] unsere jüngste." Der alte deutet auf eine hübsche junge Frau die die zwanzig sicher schon erreicht hat. "Die letzte die noch nicht weitergeheiratet hat. Hehe."
Die angesprochene steht auf und verbeugt sich höflich vor dem Krieger.

Spoiler:

"Das, sind meine Enkel." Er deutet auf eine Bande von Kindern verschiedenen Alters die den Mann in Rüstung unverholen neugierig anstarren. "Ihre Eltern, haben inzwischen selbst Häuser hier im Dorf, aber sie lagern sie immer bei mir. Als ob sie nicht wüssten wo hin damit - aber machen trotzdem dauernd neue."
Er schlendert zu einem großen Sessel, der extra für ihn zu sein scheint und deutet gegenüber von sich auf ein Kissen.
"Bitte, setzt euch. Nehmt einen Schluck Tee - aus unserem Garten - handgepflückt von meiner lieben Cho. Wollt ihr etwas zu essen, ihr müsst müde sein?"

Der Alte grinst ihn freundlich an.

Spoiler:
SL: Gelegenheit fragen zu stellen und Pläne für den restlichen Tag, bzw. die nächsten paar tage zu schmieden oder vor zu stellen.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Sa 14 Apr 2012, 11:10

Ich neige mich dankend, über soviel Gastfreundschaft. "Etwas zu essen wäre recht. Auch meine Pferde wollen versorgt sein, wenn es geht."
Irgendwie kann ich meine Augen nicht sehr lange von dem Schmetterling abwenden, der just damit beginnt Geschirr auf den Tisch zu bringen.
"Ihr seid also der Geistige Beistand dieses Dorfes?", frage ich an Kento gewandt. Dieser nickt eifrig. Chiang Tsus Blick wandert von einem zum anderen als wolle er sagen "ich weiß was jetzt kommt".
"Ich habe vor einigen Monaten die Drachenlande besucht und bei ihnen studiert. Etwas dagegen, wenn ihr mich zu meinem Gebet begleiten würdet? Bei Sonnenauf- und -untergang?"

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am So 22 Apr 2012, 16:36

"Oh, ein gelehrter Ronin. Wie schön so etwas im Haus zu haben." antwortet der Alte und nickt eifrig.
"Nein gar nicht! Bitte, begleitet mich doch. Dann werden wir gemeinsam beten."
Er wendet den Kopf nach der Alten. "Siehst du Someisa-chan? Was für ein gebildeter junger Mann uns ins Haus geflogen kommt?"
Seine Frau grummelt nur wiederwillig und verschwindet in der Küche, während Cho den Tee aufdeckt und Schüsseln mit dampfendem Reis und gebratenem Gemüse hinstellt.
Chiang Tsu macht sich sogleich über das Essen her, Kayoto wartet höflich bis auch die Hausherrin wieder kommt. Während des essens ergreifen die Enkel neugierig die Gelegenheit den Ronin mit Fragen zu löchern, besonders über den Krieg und das Leben als Ronin.

Nach dem Essen teilt Chiang Tsu mit dass sein Herr und er vorhatten zu den heißen Quellen zu gehen, um sich von der Reise zu entspannen. Der Mönch bietet daraufhin seine Tochter Cho als Führerin an, was von Someisa missbilligend kommentiert wird.
"Geht nur, geht nur." erwiedert der alte und wedelt mit den Armen "gebetet kann auch noch morgen fürh werden. Entspannt euch. Lasst es euch gut gehen."
Cho wartet vor der Haustür. Inzwischen ist die Nacht über das Bergdorf herein gebrochen, doch viele rote Papierlampen beleuchten die Straßen, auf der zum Teil noch reges treiben herrscht. Viele Bewohner scheinen den Abend zu nutzen um baden zu gehen. Vielleicht sind sie aber auch nur neugierig auf die Ronin, die bereits dort sein sollen. Cho beugt freundlich das Haupt und deutet in Richtung Thermen.
"Samurai-sama. Wenn ich bitten darf?" sagt sie schüchtern und lächelt.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Fr 04 Mai 2012, 10:37

Wir machen uns auf Richtung Therme. Die anderen warten schon und kommentieren mein verspätetes Kommen höhnisch. Etwas Entspannung wird mir sehr gut tun. Ich muss über all das nachdenken...

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Di 29 Mai 2012, 16:56

Das heiße Wasser der Termen ist Balsam auf der Haut. Die Erdlöcher in denen das Wasser schwappt und dampft sind künstlich mit Bambusholz und Steinen abgesteckt worden, so dass auch kleine Wasserfälle und beruhigende Wasserspiele Platz finden. Hohe Pflanzen verdecken die Sicht von außen und geben den Ronin etwas privatsphäre, während auf der anderen Seite des etwa 5 Schritt messenden Basins einige wenige Dorfbewohner - ihre Nacktheit mit weißen Tüchern umwickelt - im warmen Wasser baden.

Eine Dame bringt Tee und Saké auf einem Tablett für die Gäste und die Männer jubeln zurückhaltend über die freundliche Bewirtung. Auf der einen Seite wird über die Heimat geredet, auf der anderen werden Schlachten verglichen und Köpfe gezählt die man genommen. Sazuke scheint den vergleich eindeutig zu gewinnen.
"...und dieser Junge hier" setzt er an und packt den in Gedanken versunkenen Kayoto bei den Schultern, "kämpfte hartnäckiger als jede Krabbe und wilder als jeder Löwe den ich je gesehen habe! Unzählige Male habe ich ihn halb Tod vom Schlachtfeld kriechend sehen und jedesmal lief er wieder an die Front als ob er nicht Fähig wäre seine Lektion zu lernen. So ist er auch zu seinem Namen gekommen. Ronin Ganko! Der Lebensmüde!"
Die anderen Ronin grinsen ungläubig und fragen "War es wirklich so, oder übertreibt Sazuke im suff wiedermal?"
Erwartungsvoll, richten sich alle Blicke auf Kayoto, auch die Dörfler sehen gespannt zu ihm herüber, unter ihnen auch ein paar schöne Mädchen.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am So 24 Jun 2012, 19:51

Ein Schmunzeln kommt mir aus. "Sazukes Erzählung gleicht oft einem Windstoss, der das Haar der Damen zerzaust." Sazuke wirft mir einen vorwurfsvollen Blick zu. "Es ist nicht so, dass ich den Tod suche. Doch habe ich keine Angst ihm zu begegnen. Wenn die Ahnen uns rufen, folgen wir. Wenn der Shogun uns ruft, gehorchen wir ebenso. Und wenn unsere große Liebe uns ruft, eilen wir zu ihr. Doch im Angesicht des Todes wird ein jeder von uns geprüft. Seine Disziplin. Seine Entschlossenheit. Seine Geistesstärke. Sollte dann nicht der Tod derjenige sein, dessen Ruf uns am wichtigsten ist?"

Stille.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Fr 06 Jul 2012, 14:03

Glühwürmchen fliegen in der Stille die flogt über den Köpfen der Badegäste hinweg. Nur das Zirpen der Grillen und das Quaken einiger Frösche untermahlt die idylische Ruhe des Ortes.

Hatayama bricht die Stille vorsichtig.

"Ihr sprecht wie ein Samurai, Kayoto-san. Bis auf eine Sache: Nicht der Ruf des Todes ist es, den ihr hören sollt. Es ist der Ruf eures Herren, eures Daimyos, eures Kaisers. ...
Wir sind Ronin, wir haben keine Herren. Wir haben keinen Grund zu sterben. Wir müssen diesen Grund selbst finden. Sei es ein anderer Herr, eine Lebenszweck oder ein Schicksal. Und dafür, müssen wir zu allererst...uns selbst finden."

Wieder tritt Stille ein, bedrückend und nachdenklich. Die Dorfbewohner beobachten neugierig die Philosophen unter den Ronin. Plötzlich springt Sazuke hoch, das Wasser platscht nach allen Seiten, der Dampf der heißen Quellen wirbelt durcheinander.
"Mir schwirrt der Kopf von diesem ganzen philosophieren! Lasst uns lieber trinken und das Leben genießen, solange wir noch können! Auf das Leben!"
Grinsend hebt er ein Sakeschälchen über den Kopf und prostet allen zu. lachend schließen sich die anderen an und schon bald herrscht ausgelassene Stimmung. Der ein oder andere Ronin schnappt sich schon die ein oder andere Bauersfrau und die Männer gröhlen ihren Spaß heraus.

Hatayamas Blick bleibt auf Kayoto gerichtet, während er sein Schälchen leert. Ein Ruhepol inmitten der plantschenden Krieger.

Nicht unweit entfernt, sitzt Cho auf einem Stein über dem Wasser, den schlanken Körper von einem weißen Tuch umhüllt und lächelnd die Avancen eines jungen Ronins abwehrend, der sie beständig an den Zehen ins Wasser zu ziehen versucht.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Fr 06 Jul 2012, 23:13

Einen Moment halte ich den Blick zu meinem Ronin-Sensei aufrecht und wende mich dann ab. Ich lasse mich langsam zu Cho treiben und beobachte die kindischen Versuche des anderen Ronin belustigt.
"Lasst mich Euch einen Rat geben, Freund." Der Angesprochene schreckt herum und läuft rosarot an. "Wenn du die Frucht eines Baumes möchtest, warte bis der Baum sie von selbst freigibt. Durch rütteln und schütteln wirst du der Natur niemals Herr werden." Er sieht mich etwas verdutzt an, wagt es jedoch nicht etwas zu erwidern. "Ich wollte.. aber.. wenn ich...", ist das einzige das er hervorbringt. Das gutmütige Lächeln auf meinen Gesicht verunsichert ihn noch mehr und er schwimmt davon. Belustigt sehe ich Cho an. Sie wirkt in der Tat so zerbrechlich und schön wie ein Schmetterling. Wie lange ist es her, dass ich... Ich verwerfe meine unpassenden Gedanken. Mit einem Ruck hieve ich mich aus dem Wasser und setze mich neben sie. "Eine andere Möglichkeit allerdings wäre zum Baum hochzuklettern und die Frucht mit der Hand zu pflücken.", sage ich zu ihr und mein Herz macht einen Hüpfer als auch sie lächelt. "Da Eure ehrenwerte Familie mich und meinen Begleiter freundlicherweise beherbergt, würde ich gerne mehr über unsere Gastgeber erfahren. Ganz besonders über den Schmetterling, den zu beschützen ich mit heute Abend zur Aufgabe gemacht habe."

...

Anmerkung:
Ich habe jetzt natürlich viel vorausgenommen. Wenn du etwas ändert möchtest fühl dich frei.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Sa 07 Jul 2012, 13:30

Sie sieht schüchtern zur Seite.
"Ihr seid zu freundlich, Ronin-sama. Aber über meine Familie gibt es nicht viel zu erzählen. Wir sind einfach Bauern die hier schon seid der ersten Besiedlung leben. Wir haben oft die Dorfältesten gestellt und waren immer Treu den Drachen und dem Kaiser...und gerne auch ein Zufluchtsort für Gezeitenmänner."
Nun sieht sie ihn von unten herauf an und lächelt spitz:
"Doch ihr irrt, wenn ihr meint ihr müsstet mich beschützen. Es gibt keinen Mann und keine Frau in diesem Dorf die ich nicht kenne und die mir nicht zur Hilfe eilen würden, würde ein Ronin zu aufdringlich werden."
Ein neckisches Zwinkern löst die leise Drohung auf.

Im Hintergrund werden die plantschereien heftiger und einige Badegäste verlassen die Therme. Wenige Ronin folgen - die meisten haben zu viel Spaß. Hatayama ist verschwunden. Sazuke taucht gerade zwischen zwei Frauen wieder auf die laut aufschreien...

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Sa 07 Jul 2012, 14:05

"Ich würde es mit Eurem gesamten Dorf aufnehmen, versuchte man mich von Euch zu trennen..."
Ich sehe mich nach Hatayama um. Wo ist er denn hin?

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Sa 07 Jul 2012, 17:22

Sie lacht errötend, schlägt sich die Hände vor dem Mund.
"Ihr seid aber ganz schön direkt Gezeitenmann. Glaubt nur nicht dass ihr mich so leicht um den Finger wickeln könnt. So ein Mädchen bin ich nicht."

Der Samurai ist nirgendwo zu sehen. Die eine Frau flüchtet vor Sazuke, die andere lässt sich unter Wasser ziehen.

Cho erhebt sich, die Arme um ihr Handtuch geschlungen.
"Ich denke es ist Zeit zu gehen, hier wird es allmählich ungemütlich."

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"Nachtprophet, erzeugt vom Zweifel, seist du Vogel oder Teufel -
Bei dem göttlichen Erbarmen, lösch nicht diesen letzten Schimmer!
Sag' mir, find ich nach dem trüben Erdenwallen einst dort drüben
Sie, die von dem Engelschore wird geheißen Leonore?
Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am So 08 Jul 2012, 11:03

"Soll ich Euch noch begleiten?", frage ich.
"Ich erwähnte doch, dass ich in meinem Dorf keinen Schutz brauche, Ganko-sama.", antwortet sie keck und macht sich tatsächlich auf den Heimweg.
"Ich bleibe noch etwas bei den anderen, Cho-chan."

Den Rest des Abends will ich noch etwas Spaß haben und mit wem ginge das besser als mit Sazuke?
Gemeinsam schlagen wir die restlichen Frauen auch noch in die Flucht, üben uns im Wasserringen und veranstalten Tauchwettbewerbe.
Es wird recht spät oder wohl eher früh als ich auf mein Futon sinke und die Augen schließen kann.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Do 30 Aug 2012, 23:15

Es ist als ob Kayoto nicht einen Augenblick geschlafen hätte, da wird er schon von ruhigen Händen und einem freundlichen Lächeln geweckt.
"Na, steht auf junger Krieger, es wird Zeit eure Möchspflichten zu erledigen!"
Was der Alte mit diesem paradoxen Satz meint, kann der Junge nicht ergründen, da der Schalfmangel ihn noch einige Zeit die Konentration raubt.
Während Chiang-Tsu laut schnarchend in seinem warmen und kuscheligen Futon liegt, führt der alte Mönch Kayoto in die kalte, klare Morgenluft.
Schnell werden die Lebensgeister wach, während sie durch die kleinen Straßen der schlafenden Stadt gehen, die von dichtem grauen Nebel eingedeckt ist.

"Wohin gehen wir?" murrt Kayoto, während er sich die letzten Reste seine kümmerlichen Schlafs aus den Augen reibt.
Aber der Mönch antwortet nicht. In den Nebelschwaden taucht der Pappelbaum im Zentrum des Dorfes auf, doch sie halten nicht.
Der Weg wird langsam steiniger und steiler und der Alte ist barfuß unterwegs. Sie lassen die letzten Häuser des Dorfes hinter sich und gehen einen schmalen Pfad entlang der sich nach oben auf den Berg windet.

Eine ganze Ewigkeit scheint zu vergehen, während sie den Pfad entlang gehen, langsam geht Kayoto die Luft aus...

Spoiler:
Teste mal dein Durchhaltevermögen bitte! Erde Wurf (SG mein Problem!)

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Fr 31 Aug 2012, 12:04

"Wurf":
3 + 3 + 9 = 15

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Mi 19 Sep 2012, 20:29

Doch tapfer hält der Samurai den Aufstieg durch. Nichts passiert während des Aufmarsches und bald glaubt Kayoto wieder zu träumen, als sich die Wolken endlich lichten und der Blick auf ein kleines, in warmer Morgensonne liegendes Plato freigeben. Von hier aus, lässt sich ein großteil der Gebirgslandschaft erkennen, wenn dies auch bei weitem noch nicht der höchste Berg ist. Die Berge im Nordosten sind weit größer und der junge ronin meint sie als die der Drachen wieder zu erkennen. Das Licht bricht sich auf den Schneebedeckten Berghängen und gibt dem Nebel einen angenehmen gelben Schimmer.
"Beten wir zu unseren Ahnen." murmelt der alte Mann nur und geht in die Hocke auf dem glatten, nassen Stein. Er faltet die Hände in seinem Schoß und beginnt leise sein Gebet zu flüstern.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Sa 22 Sep 2012, 09:58

Ich gehe ebenfalls auf die Knie, nach Nordosten gewandt, wo ich meine Ahnen vermute. Es wird ein langes, stilles Gebet:

'Ihr Ahnen gebt mir Kraft. In Eurem Namen will ich die Feinde zerschmettern.
Ihr Ahnen gebt mir einen klaren Blick. Niemand soll vor mir verborgen sein.
Ihr Ahnen gebt mir Mut. Ich werde nicht weichen.
Ihr Ahnen gebt mir Ausdauer. Ich werde niemals rasten.
Ihr Ahnen gebt mir Reflexe. Kein Streich wird mich stoppen.
Ihr Ahnen gebt mir Weitsicht. Niemand wird mich überraschen.
Ihr Ahnen gebt mir Geschick. Mein Pfeil wird treffen.
Ihr Ahnen gebt mir Verständnis. Eure Lehren werden die meinen sein.
Feuer, Erde, Wasser, Luft. Gebunden sei das Nichts.'

Als ich fertig bin, genieße ich die Aussicht. Ob mein Vater einst wohl ebenfalls hier gestanden hat?

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Mo 24 Sep 2012, 13:52

Die Zeit vergeht anders hier oben. Der alte Mönch erzählt Kayoto von den verschiedenen Kami und den Ahnen, wie man zu ihnen betet, warum man zu ihnen betet. Er erzählt ihm von den alten Zeiten, vor und nach dem Tag des Donners. Kayoto hört aufmerksam zu, nicht merkend dass er weder isst, noch trinkt.
Die Sonne zieht über den Horizont, die Wolken rasen über den Himmel und Kayoto lernt die Wege eines Mönchs kennen.
Es dämmert bereits der Abend, als die beiden sich still auf dem Weg zurück ins Dorf machen.
So geht es drei ganze Tage. Der junge Ronin lernt von dem Mönch seine innersten Kräfte zu wecken. Am letzten Tag kommt Sazuke zu ihm.
"Es wird Zeit, Ganko. Die Nachricht hat uns erreicht dass die Einhörner ins Land der Kraniche geritten sind und das die Krabbe nach Norden marschiert. Akodo scharrt nun alle seine Männer um sich. Wir ziehen in den Kampf."

Spoiler:
Fragen? Btw. was hast du nochmal für eine Rüstung/Waffe bekommen?

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Mo 24 Sep 2012, 19:51

Etwas geistesabwesend nicke ich. Sazuke wendet sich schulterzuckend wieder ab. "Warte!" Er dreht sich nochmal um. "Ganko?" - "Wofür kämpft Akodo? Was versucht der schwarze Wolf zu erreichen? Welche Clans sind unsere Feinde und wem können wir trauen?"

@SL:
Sry, ich weiß die Zusammenhänge schon wieder nicht mehr. Wenigstens frag ich ingame...

Ich habe das Katana des Nebelkriegers mit passender Scheide.
Zusätzlich führe ich ein Naginata.
Meine Rüstung ist die Schwere Rüstung des Nebelkriegers.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Sa 29 Sep 2012, 12:37

Sazuke überlegt einen Moment und antwortet dann im ernsten Ton:

"Akodo kämpft für die Ronin und das Kaiserreich. Sein Ziel ist die Befriedung dieses Clankrieges und die Wiederherstellung der Ordnung. Da bin ich mir ganz sicher. Er ist ein ehrenhafter Mann und ein großartiger Anführer. Einem Clan würde ich an deiner Stelle niemals trauen. Für die sind wir nur verschleißbare Soldaten. Aber wenn irgendein Clan auch nur halbwegs anständig erscheint, so sind es die Drachen, schließlich gewähren sie uns eine eigene Stadt in ihren Grenzlanden. Mach dir darüber nun keine Gedanken mehr. Akodo hat einen Plan und wir werden ihn für ihn umsetzen. Du wirst schon sehen."

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Tobi am Sa 29 Sep 2012, 23:24

Ich nicke stumm. Nach einer kurzen Pause meine ich dann: "Ich habe gefragt, weil ich gerne wissen möchte für wen oder was ich sterbe. Aber deine Antwort muss erstmal reichen. Danke, Sazuke." Ich lege ihm eine Hand auf die Schulter und blicke ihn ebenso ernst an, wie er mich. "Für alles."
Schließlich mache ich mich daran meine Sachen zusammen zu suchen. Ich packe alles zusammen und weise meinen Diener an das gleiche zu tun. Die Verabschiedung von meiner Gastfamilie steht an. Wenn die Tageszeit es zulässt, klopfe ich an die dünne Tür, die zu den Gemächern Chos führen...

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Fr 05 Okt 2012, 13:13

Von der hübschen jungen Dame war kaum etwas zu sehen, während der Übungen mit dem Mönch. Dankbar denkt der Ronin an das Kiho zurück, dass ihm sein Mentor auf dem Berg beigebracht hat. Die Tür geht zur Seite auf und öffnet den Blick auf die junge Gastgeberin. Ihr Zimmer scheint einmal ein größeres für mehrere Kinder gewesen zu sein, die Futons jedoch sind leer.
Die Abendsonne strahlt durch das dünne Papier herein, die letzten Tage haben den Frühling langsam mit sich gebracht, auch wenn es hier oben auf dem berg noch immer kalt ist.
Ein warmes lächeln stielt sich auf das Gesicht von Cho.
"Ronin?"

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