Der Herbst 1126

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Sa 05 Nov 2011, 22:53

Der Funke entzündet eine Art Paste und sofort zischt eine kleine Flamme hoch. Das Tor öffnet sich. Kayoto tritt hindurch.
Der lange Gang ist von selben Stein, geschwungen wie der andere vor ihm auch. Doch keine Kälte zerrt an den Gliedern des Jungen, stattdessen gibt es eine angenehme Wärme. Nach einigen ereignislosen Schritten, öffnet sich vor ihm eine große Kammer, der Boden mosaikartig von kleinen farbigen Steinchen besetzt ist die eine Art buntes, spirallförmiges Feuer zeigen, dass sich zur Mitte hin verdichtet wo glasartiger Stein einen verschwommenen Gegenstand beinhält. Kayoto sieht sich um. Das ist alles? Ein Runder Raum und eine gläserne Steinplatte? Er geht zur Mitte der Raumes und beklopft das Glas. Es ist sehr dick und widerstandsfähig. Seine Kraft würde niemals reichen um es zu sprengen. Er sieht sich wieder um und bemerkt erstmals, den kleinen Altar am Rand des Kreises.
Er studiert ihn etwas genauer und stellt fest dass er vollgeschrieben und bemahlt ist mit einer großen Ansammlung an Schritten und Bewegungen. Ist das etwa eine Art...Tanz? Die Bewegungen scheinen sehr komplex und erschwerend hinzu kommt noch dass es so viele sind. Außerdem ist der Mosaik im Boden noch einmal hier abgebildet, dochr irgendwas ist anders...

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Bei dem göttlichen Erbarmen, lösch nicht diesen letzten Schimmer!
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Sie, die von dem Engelschore wird geheißen Leonore?
Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Tobi am Sa 31 Dez 2011, 14:37

Ich studiere die Zeichen genau. Es scheint eine Kampfform zu sein, die ich hier im Raum laufen muss. Es dauert eine Weile bis ich die richtigen Schritte gelernt habe, doch nach über 3 Stunden Training donnert meine Faust zum Abschluss auf den Boden. Das Mosaikteilchen gibt nach und setzt einen Mechanismus in Gang. Das Glas in der Mitte des Raumes schiebt sich beiseite und gibt ein paar Beinschienen frei. Schnell ziehe ich die neuen Ausrüstungsteile an. Sie passen sehr gut und scheinen ein weiterer Teil des Brustpanzers zu sein. Ich spreche ein kurzes Gebet an meine Ahnen und verlasse den Raum wieder.

Als nächstes wende ich mich der Prüfung des Wassers zu. Zunächst überlege ich, ob ich einfach meinen Schweiß in die Schale tropfe, aber dann spucke ich doch einfach hinein. Das Tor öffnet sich und gibt den Blick auf... Dunkelheit frei. Langsam taste ich mich vorwärts und stoße mich ein paar Mal an Felsformationen, bevor ich schließlich an ein paar geschichteten Steinplatten vorbeikomme. In ihrer Mitte befindet sich jeweils eine Art Schale. Ich überlege kurz und komme dann zu dem Schluss, dass ich die Steinplatten wohl zerschlagen muss, um irgendetwas in Gang zu bringen. Gedacht, getan. Nach jeder zerstörten Platte entzündet sich ein kleines Licht und schließlich kann ich über mir einen Helm ausmachen, der an einer Halterung befestigt ist. Auch er ist Teil der Rüstung und rasch aufgesetzt. Nun zur letzten Prüfung. Die Prüfung des Windes.

Um das Tor zu öffnen puste ich einfach kurz in das Schälchen. Auch dieses Hindernis ist überwunden. Ich folge dem verschlungenen Pfad bis zu einem Abgrund. Kleine Steine stürzen hinunter, als ich versuche den Boden zu erkennen. Mehrere oben abgeschliffene Felsen ragen herauf und die einzige Möglichkeit auf die andere Seite zu kommen ist über diese zu balancieren. Die erste Plattform ist noch stabil, doch die nächste bröckelt schon leicht, als ich krachend auf ihr lande. Vielleicht hätte ich die Rüstung doch erst später anlegen sollen - sie ist ziemlich schwer...
Mühsam ernährt sich das Eichhörchen. Mehr schlecht als recht passe ich günstige Gelegenheiten ab um auf die nächsten Plattformen zu gelangen. Mehrmals rutsche ich ab und kann mich nur durch einen uneleganten Hechtsprung davor retten in den Abgrund zu stürzen. Als mich endlich keuchend am anderen Ende der Höhle am Boden abrolle, steht dort, die Hände gefaltet, der Magistrat. Leicht resigniert blickt er mich an.
„Das war mit Abstand die lächerlichste Prüfung die ich je gesehen habe. Aber ihr habt sie bestanden.“
Mir entgeht der genervte Tonfall nicht, doch ich sage nichts.
„Folgt mir!“
Er geht zur Höhlenwand hinter ihm und betätigt einen versteckten Schalter. Ein kleiner Durchlass öffnet sich und ich rieche wieder frische Luft und sehe wieder das Licht des Tages, das allerdings schon wieder hinter den Seikitsu-Bergen verschwindet. Zahlreiche Mönche haben sich schon versammelt und beobachten mich und vor allem die Rüstung mit Neugier. Beim Vorbeigehen verbeugen sie sich kurz respektvoll.
„Junger Kiri no-senshi, jemand möchte Euch sehen.“, bemerkt der Magistrat knapp.
Er führt mich wieder zu der Aussichtsplattform an der er mir auch mein Erbe eröffnet hat.
Dort steht ein älterer Mann mit dem Rücken zu uns und beobachtet den Lauf von Mutter Sonne, die das Land gerade in oranges Licht tränkt. Der Magistrat entfernt sich wieder. Der unbekannte Mann ist relativ groß. Seine entfärbten Haare sind zu einem festen Knoten gebunden. Auf dem Kopf trägt er einen Hut wie ihn auch die Reisbauern zum Schutz vor der Hitze tragen. Seine Gewänder sind irgendwie einfach und doch sagen sie mir, dass vor mir keine Reisbauer, sondern ein Mann steht, dessen Wort irgendwo hier in Rokugan sehr viel Gewicht hat. An der rechten Seite trägt er das traditionelle Daisho. Vorsichtshalber kniee ich mich hin und verbeuge mich tief, warte dass er mich anspricht. Hat er mich überhaupt bemerkt?
„Ich gratuliere Euch, Ronin, zu Eurem Erfolg.“, beginnt er schließlich zu reden. Als er sich langsam umdreht und mich am Boden sieht, deutet er mir sofort aufzustehen. „Mein Name ist Koshan-sha [Alter Hase].“
Er eröffnet mir, dass mein Vater Teil eines Ordens war, vielmehr denselben mitbegründet hat: Der Orden der Helden, eine geheime Gesellschaft von Kriegermönchen. Noch im selben Atemzug bietet er mir an ebenfalls ein Teil davon zu werden.
„Ich fühle mich sehr von Eurem Angebot geehrt, doch muss ich voller Demut ablehnen.“
Wieder sieht er mich belustigt an. „Darf ich denn den Grund erfahren, Kayoto-san?“
Langsam überlege ich mir die Worte. „Ich denke nicht, dass ich schon würdig bin für dieses Angebot.“ Ein Geschenk zweimal ablehnen. Warum ich ausgerechnet jetzt an diese Regel denke, die Hatakeyama mir beigebracht hat, weiß ich selbst nicht.
„Das ist sehr weise, Kayoto-san, und genau aufgrund dieser Entscheidung seid Ihr würdig uns beizutreten.“ Ich überlege kurz und verbeuge mich dann tief.
„Dann nehme ich Euer Angebot voller Respekt an, Koshan-sha-sama.“

Der Weg des Kriegermönchs hat begonnen.

[Die weitergehenden Geschehnisse kann man im "Weg des Steppenkriegers" - Herbst 1126 nachlesen, bzw. "Weg von Reiter und Mönch - Winter 1126"]

Ende des Herbstes

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